„Wir brauchen schnellstmöglich klare Vorsichtsmaßnahmen“

Das sagt Stephan Krug zu den MPK-Beschlüssen

SABU-Geschäftsführer Stephan Krug (Foto: SABU)
SABU-Geschäftsführer Stephan Krug (Foto: SABU)

Bund und Länder haben sich auf Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie geeinigt. Wie bewertet SABU-Geschäftsführer Stephan Krug die Beschlüsse? Was sind die Konsequenzen für den Schuhhandel?

Wie bewerten Sie das Handeln der Politik in den vergangenen Wochen?

Das Vorgehen war aus meiner Sicht zu langsam, zu zögerlich und nicht konsequent genug. Außerdem war die Kommunikation der geschäftsführenden Regierung diesbezüglich verwirrend. Dies sendete falsche Signale an die Bevölkerung, die als „Entwarnung“ verstanden wurden. Ein starkes Ansteigen der Inzidenz und der Hospitalisierungsrate war zu erwarten und somit vorhersehbar.

Welche Konsequenzen haben die Einführung von 2G oder 3G im Freizeitbereich für den Schuhhandel?

Die generelle Lust, Shoppen zu gehen, wird deutlich zurückgehen. Hinzu kommt, dass die jeweils geltenden Regeln Verwirrung stiften. Die Tendenz zu Frequenz- und damit Umsatzverlust, die schon seit den letzten zwei bis drei Wochen spürbar ist, wird sich weiter verstärken.

Wie lautet Ihre Prognose für die kommenden Monate?

Durch den weiteren Frequenzrückgang sehe ich ein schleppendes Weihnachtsgeschäft voraus. Verbunden mit der erneuten Zunahme der Online-Umsätze.

Was wünschen Sie sich von der Politik?

Ich wünsche mir – und das schnellstmöglich – klare, nachvollziehbare, angemessene und transparente Vorsichtsmaßnahmen, verbunden mit einer konsequenten Umsetzung und laufender Kontrolle. Außerdem wünsche ich mir eine faire Behandlung des Schuh-, Mode- und Sporteinzelhandels, der bewiesenermaßen kein Inzidenztreiber ist. Meiner Ansicht nach sind 3G, Maskenpflicht und schlüssige Hygienekonzepte für den Handel in den meisten Regionen absolut ausreichend. Und schlussendlich wünschen wir uns eine angemessene Kompensation für die staatlich angeordneten Einschränkungen.

Könnte es für Handelsunternehmen sinnvoll sein, das Geschäft (oder einige Standorte) aktiv im Januar zu schließen, das Personal in Kurzarbeit zu schicken und ggf. aufgrund des Umsatzeinbruchs Unterstützungshilfen in Anspruch zu nehmen?

Es ist noch zu früh, um dies hier und heute zu beurteilen bzw. zu entscheiden. Wir müssen die Entwicklung der Frequenzen, der Hospitalisierungsraten und der Umsätze in den kommenden Wochen bis Jahresende genau beobachten und dann beschließen. Ein derartiger Schritt würde für den stationären Handel einen weiteren Nachteil gegenüber dem E-Commerce bedeuten. Andererseits wären gerade die umsatzschwachen Monate Januar und Februar sicherlich die geeignetsten, wenn man eine derartige Maßnahme ergreifen würde.

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Helge Neumann / 19.11.2021 - 09:58 Uhr

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