„Wir wollen insbesondere die gefährdeten Gruppen schützen“

Das sind die neuen Corona-Regeln in Hessen

Die Landesregierung in Hessen reagiert auf die steigenden Infektionszahlen. Ab dem 11. November gelten neue Corona-Regeln. Die Maßnahmen betreffen auch den Schuhhandel.

Das Corona-Kabinett der Hessischen Landesregierung hat weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie beschlossen. Hintergrund der neuen Beschlüsse sind stark steigende Corona-Infektionszahlen, insbesondere aber die starke Belastung der Intensivstationen. „Mit unserem Maßnahmenpaket wollen wir insbesondere die gefährdeten Gruppen schützen“, sagten Ministerpräsident Volker Bouffier und Gesundheitsminister Kai Klose am 8. November in Wiesbaden.

Hessen reagiert entsprechend der Warnstufe 1 der Hessischen Coronaschutzverordnung mit gezielten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. „Die Zahlen der Schwersterkrankten zeigen: Wir haben es in erster Linie mit einer Pandemie der Ungeimpften zu tun. Die neuen Maßnahmen sind notwendig, damit wir unsere Gesundheitsversorgung weiter aufrechterhalten können und durch verstärkte Testreihen die Infektionsgefahr weiter einschränken. Es ist und bleibt unser Ziel, dass sich so viele Menschen wie möglich impfen lassen“, so Bouffier und Klose. Die neuen Maßnahmen treten am 11. November in Kraft.

3G-Regel am Arbeitsplatz für Beschäftigte mit Kundenkontakt

Die Landesregierung hatte bereits in der vergangenen Woche die Testpflicht in Alten- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern verschärft. Jetzt werden auch in weiteren Bereichen die Testvorgaben ausgeweitet. Auch am Arbeitsplatz gilt künftig die 3G-Regel immer dann, wenn die Beschäftigten Kontakt zu externen Kunden haben. Das gilt auch für den Schuhhandel. Damit setzt Hessen auf eine Regelung des Bundes auf, die entsprechende Testmöglichkeiten zweimal pro Woche am Arbeitsplatz vorschreibt. In Hessen müssen diese Tests von den Beschäftigten angesichts der aktuellen Infektionslage auch verpflichtend genutzt werden. 

Handelsverband kritisiert Kurzfristigkeit

Der Handelsverband Hessen kritisierte die kurzfristige Einführung der neuen Corona-Regeln mit nur drei Tagen Vorlaufzeit. „Die hohen Beschäftigungszahlen im Handel erfordern Vorlaufzeiten. Daher ist die Kurzfristigkeit der heutigen Verkündung eine Belastung,“ erklärte Sven Rohde, Hauptgeschäftsführer Handelsverband Hessen e. V. Nunmehr sei es wichtig, dass die dringend benötigte Klarheit zur Dokumentationspflicht geschaffen werde. Darüber hinaus stellten die Testanforderungen für Betriebe einen erheblichen Kostenfaktor dar. Die finanzielle und logistische Mehrbelastung von wöchentlichen Tests für jeden Beschäftigten sei eine Zusatzbelastung des stark durch COVID-19 getroffenen Einzelhandels.

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Helge Neumann / 10.11.2021 - 09:33 Uhr

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