„Für die Zukunft gewappnet“

Degenhardt wächst weiter

Schuhhändler Roman Degenhardt (Foto: Redaktion)
Schuhhändler Roman Degenhardt (Foto: Redaktion)

Nachdem zunächst neue stationäre Geschäfte eröffnet wurden, baut der Schuhhändler nun die Logistikkapazitäten aus. 

Das nennt man Wachstum: Seit Mitte 2020 hat Roman Degenhardt drei neue Schuhgeschäfte in Marburg, Kassel und Gießen eröffnet. Hinzu kam zum Jahresende ein neues Lager in Hessisch Lichtenau. Am alten Standort in Bebra waren die Kapazitäten längst ausgeschöpft. Die Entwicklung des Multichannel-Konzepts des SABU-Mitglieds ist bemerkenswert: Noch Mitte 2019 verfügte das Unternehmen „Der Schuhladen“ über lediglich 250 qm Lagerfläche für den Onlineversand. Mittlerweile sind es mehr als 10.000 qm an nun drei Standorten: So hat Roman Degenhardt auf dem Gelände der ehemaligen Bundeswehr-Kaserne in Sontra zwei Gebäude gekauft, die zum Onlineversandlager umgebaut werden. Bevor jedoch Schuhe die ehemalige Materialausgabe und die stillgelegte Kantine verlassen, müssen die Objekte zunächst noch umfassend renoviert werden. „Wir erwecken die Gebäude aus einem Dornröschenschlaf“, so Roman Degenhardt mit Blick auf die wild wuchernde Natur auf dem Kasernengelände. Künftig werde er jedoch der wohl einzige Schuhhändler in Deutschland mit eigenem Luftschutzbunker sein. Roman Degenhardt: „Mit diesen Flächen sind wir für die Zukunft gewappnet. 
Das Konsumverhalten verändert sich, online wird weiter wachsen. Das können wir nicht verhindern. Umso wichtiger ist es, jetzt die Weichen zu stellen, um möglichst an der Onlinenachfrage zu partizipieren. Das ist die große Frage der kommenden Jahre: In welchem Maße kann und wird der Fachhandel an den Onlineumsätzen teilhaben?“

Multichannel ein Muss

Neben dem Onlinehandel betreibt Degenhardt aktuell zwölf stationäre Geschäfte. Zuletzt wurde Mitte Juni in Gießen ein neuer „Shoes & More“ Standort eröffnet. Auf 100 qm Verkaufsfläche bilden Damen- und Herrenschuhe von zehn Marken das Sortiment: Birkenstock, Tamaris, Marco Tozzi, Caprice, S. Oliver, Gant, Mustang, Lloyd, Skechers und Rieker. Trotz des erfolgreichen Starts würden die rein stationären Umsätze nicht ausreichen, um das Geschäft profitabel betreiben zu können, so Degenhardt. Das SABU-Mitglied setzt daher auf einen Multichannel-Ansatz. „Alle unserer Filialen sind in der Lage, Online-Bestellungen zu versenden. Pro Tag und Store sind es aktuell rund 100 Pakete, die die Läden verlassen.“ Vor allem die Zusammenarbeit mit Zalando Connected Retail ist für ihn ein wichtiges Standbein. In den vergangenen zwölf Monaten hat „Der Schuhladen“ insgesamt 478.000 Onlinebestellungen versendet – rund 60% davon gehen auf Connected Retail zurück.

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Petra Steinke / 15.07.2021 - 14:25 Uhr

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