Komfortschuh aus niederländisch-japanischer Koproduktion

„Der Nike der Komfortschuhe“

Die niederländisch-japanische Koproduktion XSensible soll auch den deutschen Komfortschuh-Markt erobern. (Foto: XSensible)
Die niederländisch-japanische Koproduktion XSensible soll auch den deutschen Komfortschuh-Markt erobern. (Foto: XSensible)

Die niederländische Marke XSensible hat ihre Wurzeln in der Orthopädie. Heute kombiniert sie Komfort und Mode. Und in den nächsten Jahren soll sie auch in Deutschland weiter wachsen.

Die Geschichte der Komfortschuhmarke XSensible beginnt in Japan. Das 1904 in den Niederlanden gegründete Unternehmen Nimco, Spezialist für orthopädische Maßschuhe und Schuhe für Diabetiker, wagte sich im Jahr 2000 auf Neuland, indem es das weltweit erste Patent für Stretchleder erlangte. Leder also, das so behandelt ist, dass es sich der Fußform sofort anpasst und bei Bewegung oder orthopädischen Besonderheiten stark nachgibt. Unter der Marke XSensible wurden die Schuhe aus diesem innovativen Material auf den Markt gebracht. Einige Jahre später brachte ein japanischer Partner die niederländischen Spezialisten auf die Idee, einen Schuhtyp zu entwickeln, der keine Erhöhung im hinteren Bereich der Sohle – also keinen Absatz – hat, sondern eine Konstruktion in der Sohlenmitte, um den Fuß optimal zu stützen. Max Krol, Inhaber und CEO der beiden Familienunternehmen Nimco und XSensible, ist von diesem Ansatz nach wie vor überzeugt: „Das Körpergewicht wird gleichmäßiger verteilt, man steht gerade, das entlastet die Wirbelsäule und ist auch gut für die Organe.“ Einige Jahre tüftelten die Experten am Konzept dieses neuen Schuhtyps herum. Die erste Kollektion kam 2008/2009 in Japan auf den Markt. Nach wenigen Jahren Aufbauphase brachte das Jahr 2013 dem Unternehmen „echte Erfolge“, blickt Max Krol zurück. Wenig später stellte sich für den Schuhexperten die nahe liegende Frage: Könnte man diesen Erfolg auch in Europa wiederholen? Krol machte sich an die Arbeit, entwickelte zum Schuh noch eine neue Sohle und brachte einen „Allround-Sneaker“ heraus, zunächst in den Niederlanden, später auch in Belgien. „Das hat von Anfang an gut geklappt“, freut sich Max Krol, der heute allmählich die Staffelstab-Übergabe an seine Kinder, die 6. Generation der Unternehmerfamilie, vorbereitet. „Es ist eben keine Marketingidee, sondern ein echtes Konzept.“

 

Guerilla Marketing

Um Verbraucher von den XSensibles zu überzeugen, unternahm man eine frühe Form des Guerilla Marketing: „Wir haben jede Menge Schuhe an Freunde und Bekannte verschenkt, damit sie unmittelbar erleben können, wie viel Komfort unsere Schuhe bringen“, schildert Krol. „Wir haben die Leute gefragt: Möchtest Du einen Schuh, der Freude bringt? Da sagt ja niemand nein. Und wer XSensibles ausprobiert hat, war auch gleich begeistert. So haben wir Stück für Stück Überzeugungsarbeit geleistet.“ Die Zahl der Kunden stieg, die Verkaufszahlen stiegen ebenfalls. XSensible gewann in den Niederlanden mehrere Preise, unter anderem den „Goldenen Schuh“ für sehr gute Verkaufszahlen.

Unterdessen entwickelte man die Schuhe weiter. EVA Sohlen mit hohem Dämpfungsvermögen sollten den Komfort der Schuhe noch weiter erhöhen. Der aufkommende Sneakertrend spielte den Machern hinter der Marke in die Karten. „Wir haben seit dem Start 2013 bis heute das millionste Paar Schuhe produziert“, berichtet der Unternehmer.

Hergestellt werden sowohl die orthopädischen Nimco-Schuhe als auch die Modelle von XSensible in Portugal. Dort unterhält der niederländische Schuhfabrikant eine eigene Produktion und arbeitet mit vier Partnern zusammen.

 

„Fachhändler stärken“

XSensible soll nach dem Willen von Max Krol weiter wachsen. In Europa und seit 2016 insbesondere in Deutschland. Aktuell führen 160 Händler XSensible-Schuhe. Doppelt so viele sollen es in den nächsten Jahren werden. In Deutschland kümmern sich ein Außendienstmitarbeiter und eine Agentur um die Kunden. Das Unternehmen arbeitet mit den Verbundgruppen in Deutschland zusammen und stellt auf den Messen von ANWR und SABU seine Kollektionen aus. Immer zum Saisonstart wird eine neue Kollektion präsentiert; während der Saison werden besonders erfolgreiche Modelle zusätzlich als Flashprogramm aufgelegt. Vorwiegend Schuhhändler mit einem Geschäft und kleinere Filialisten gehören zum Kundenstamm von XSensible. Sie unterstützt das Team der Marke mit Dekopaketen für Schaufenster und Laden sowie Trainingsmaterialien für das Verkaufspersonal. Hinzu kommen Marketingmaßnahmen und Kampagnen auf Social Media-Kanälen. Auf der Website der Marke wird das Konzept der Schuhe erklärt, die Kollektion gezeigt und über das Modul ’Shop Finder‘ können Händler in der Nähe gefunden werden. Einen eigenen B2C-Webshop betreibt das Unternehmen nicht. „Wir wollen die Fachhändler, mit denen wir zusammenarbeiten, stärken und unterstützen. Sie haben es durch die zunehmende Online-Konkurrenz schwer genug“, ist Max Krol überzeugt. Händler, die einen eigenen Onlineshop betreiben, will er aber unterstützen. Sie können über eine Schnittstelle das XSensible Lager an ihren Shop anschließen und ihren Kunden damit mehr Auswahl und Service anbieten. Den Versand der Schuhe kann jeder Händler dabei in der eigenen Hand behalten. Auf Wunsch übernimmt aber auch das Team von XSensible diese Leistung.

Die Kombination von Mode und Komfort ist den Verantwortlichen bei XSensible besonders wichtig, die Zielgruppe dabei klar umrissen: „Wir konzentrieren uns auf Menschen ab 50, das ist eine sehr interessante Gruppe“, so Max Krol. Kaufkraftstark, lebenslustig, komfort-orientiert und modisch interessiert – diese Menschen sollen künftig immer häufiger zu XSensible greifen. Dafür investiert das Unternehmen weiter in Materialien und Technologien. Ambitioniert formuliert Max Krol sein Ziel: „Wir wollen der Nike der Komfortschuhe werden.“

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Christopher Mastalerz / 13.08.2021 - 12:42 Uhr

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