Global Supply. Local Demand. Total Change?

Diskussion um Lieferketten eröffnet Fashionsustain

Beim Talk „Global Supply. Local Demand. Total Change?“ auf der Frankfurt Fashion Week wurde der Zustand der globalen Lieferketten diskutiert. Besprochen wurde der Einfluss der Pandemie und wie die Globalisierung allen zugutekommen könnte.

In der Konferenzreihe Fashionsustain im Rahmen der digitalen Frankfurt Fashion Week wird in vielen Diskussionsrunden und Vorträgen der Zustand der Branche in Bezug auf Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit diskutiert. Im ersten Talk der Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Global Supply. Local Demand. Total Change?“ moderierte FAZ-Autorin Alex Bohn in einer Runde aus Branchenvertretern den Zustand der globalen Lieferketten. Dabei wurde vor allem über den Einfluss der Pandemie geredet und diskutiert, wie nachhaltige Lieferketten realistischerweise aussehen könnten.

Die Pandemie habe gezeigt, wie leicht die Lieferketten, von denen sich die Branche abhängig gemacht habe, ins Wanken geraten können. In verzahnten Systemen reiche es, wenn ein Abschnitt nicht wie gewohnt funktioniere, um überall Probleme zu verursachen. Auch in Nachhaltigkeitsfragen könne sichtbar werden, dass sich die Produktionsketten nicht so schnell anpassen lassen, wie Carina Porot von Modern Creation München erläuterte: „Wenn die Nachfrage nach nachhaltigen Textilien stark ansteigt, muss die Produktion erstmal hinterherkommen.“ Das sei ein gewaltiger Kraftakt, den man nicht übersehen dürfe. Mit genug Transparenz könne man jedoch auch Verständnis für einen schrittweisen Fortschritt schaffen, wie Mariska Schennink von Euretco Fashion argumentierte: „Man kann die Kunden auf die Reise in Richtung Nachhaltigkeit mitnehmen.“

Mit Blick auf die Zukunft gebe es Wege, innerhalb der globalen Lieferketten miteinander respektvoller zu arbeiten. Gerade bei Hygienefragen gebe es seit der Pandemie Fortschritte in den Produktionsstätten. Jedoch sei ein Dialog auf Augenhöhe erst möglich, wenn den Menschen in den Produktionsstätten zugehört und deren Perspektive ernstgenommen werden würde. Gerade die digitalen Konferenzen hätten Gelegenheit dazu geboten. „Warum kann man bei virtuellen Talks nicht Produzenten aus Bangladesch oder Pakistan einladen?“, fragte daher Christopher Veit, Managing Director von Veit GmbH.

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Christopher Mastalerz / 06.07.2021 - 11:51 Uhr

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