Weltweite Logistik gestört

Erneut Containerhafen in China geschlossen

Die globale Logistik bleibt nach Hafenschließungen in China gestört. (Foto: Hapah-Lloyd)
Die globale Logistik bleibt nach Hafenschließungen in China gestört. (Foto: Hapah-Lloyd)

Neue Probleme für die Logistikbranche: Einer der weltweit größten Containerhäfen nahe Shanghai wurde am Mittwoch vorübergehend geschlossen – nach einem einzigen Corona-Fall.

Ningbo-Zhoushan gehört zu den größten Containerhäfen der Welt. Dort wurden in den ersten sieben Monaten dieses Jahres 18,68 Mio. Zwanzig-Fuß-Standardcontainer (TEU) umgeschlagen, ein Plus von 17,1% zum Vorjahreszeitraum. Nachdem ein Arbeiter positiv auf das Corona-Virus getestet wurde, haben die Behörden am 11. August den Ningbo Meidong Container Terminal geschlossen. Wie lange die Schließung andauern wird, ist aktuell noch unklar. Sicher ist jedoch bereits, dass sich die logistischen Probleme in China damit verstärken. Bereits vor der Schließung warteten laut Medienberichten 140 Containerschiffe vor den beiden Häfen in Ningbo und Shanghai auf Abfertigung. „Aufgrund dieser plötzlichen Aussetzung erwarten wir eine Verzögerung bei den geplanten Abfahrten, die Ihre Frachtplanung beeinträchtigen könnte“, teilte die deutsche Reederei Hapag-Lloyd ihren Kunden mit. „Wir arbeiten an Alternativen und hoffen auf Ihr Verständnis für eine Angelegenheit, die sich unserer Kontrolle entzieht.“

Darüber hinaus sind weiterhin die Auswirkungen der temporären Schließung des Hafens von Yantian spürbar. So klagten in einer Umfrage des ifo-Instituts aus München von Anfang August fast zwei Drittel der Industriefirmen in Deutschland über Engpässe und Problemen bei Vorlieferungen als Hindernis für ihre Produktion. „Bereits im Vorquartal meldeten die Unternehmen  einen Rekordwert, dieser wurde nochmals deutlich übertroffen. Das könnte zu einer Gefahr für den Aufschwung werden“, sagt der Leiter der ifo Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Problematisch sind auch die teilweise stark gestiegenen Einkaufspreise“, ergänzt er. „Derzeit bedienen die Hersteller die Nachfrage noch aus ihren Lagern an Fertigwaren. Aber die leeren sich nun auch zusehends, wie sie uns mitgeteilt haben“, fügt Wohlrabe hinzu. Die Knappheit bei Halbleitern und Chips macht sich insbesondere bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen bemerkbar (84,4%) sowie bei den Autoherstellern und ihren Zulieferern (83,4%). Die stark gestiegenen Preise für Kunststoff-Granulate machen den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren deutlich zu schaffen (79%). Bei den Herstellern elektronischer Geräte beklagen 72,2% Materialmangel, außerdem 70,3% der Maschinenbauer.

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Helge Neumann / 12.08.2021 - 08:50 Uhr

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