„Die Menschen wollen frische Ware“

Geschäfte öffnen in Rheinland-Pfalz: Das planen Schuhhändler

Edmund Keller und Marcus Keller-Leist (Foto: Janus)
Edmund Keller und Marcus Keller-Leist (Foto: Janus)

Anfang März dürfen in Rheinland-Pfalz auch Schuh- und Modegeschäfte wieder öffnen - mit Terminvergabe und strengen Hygienemaßnahmen. Wie bereiten sich Händler darauf vor? schuhkurier fragte nach.

Marcus Keller-Leist reagierte sofort: Große Plakate klebten unmittelbar nach Bekanntwerden der geplanten Öffnungen auch für Schuhhändler an seinem Geschäft im Zentrum in Ludwigshafen: „Click & Meet – ab 01.03.21 Terminvergabe möglich“. Telefonisch oder über Social Media können sich Kunden anmelden. Und etliche haben dies bereits getan. Mit viel Aufwand hat der Händler während des Lockdown in Januar und Februar auch online verkauft und damit gute Umsätze erzielt. Jetzt freut er sich, in seinem Geschäft wieder für Kunden da sein zu können. Das 200 qm große Ladenlokal erlaubt den Besuch von maximal zwei Kunden in einem Zeitfenster. „Ich könnte problemlos drei bis vier Kunden gleichzeitig unter Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen betreuen“, so Keller-Leist. Er hätte sich eine ähnlich klare Regelung wie bei den Friseuren gewünscht. Bei normalen Straßenschuhen geht Keller-Leist von einer Beratung um die 30 min aus. Kompliziertere Beratungen, etwa bei orthopädischen Problemen, sind mit etwa einer Stunde geplant. Eine vor kurzem installiert moderne Klimaanlage gewährleistet frische Luft nach jedem Kundenbesuch. Das Personal im Schuhhaus ist bestmöglich geschult. Die Zeit der verordneten Ladenschließung hat Keller-Leist auch dazu genutzt, „den Laden auf Vordermann zu bringen“. Alles wurde gereinigt und neu geordnet. Einen Wintersale will er im März nicht mehr starten. „Die Menschen wollen neue Impulse, und ich habe den Eindruck, viele möchten kommen und dann auch mehrere Paar Schuhe kaufen.“ Allen, die ins Schuhhaus Keller kommen, will man neue, frische Frühjahrsware präsentieren. „Das schlimmste wäre es jetzt, diesen Kunden alte Modelle zu präsentieren“, so der Händler. Die Herbst/Winter-Ware soll daher überwiegend eingelagert werden. „Wir haben mutig gekauft, viele Styles werden in der kommenden Saison noch nicht veraltet sein. Dafür werden wir wahrscheinlich weniger Neuware ordern“, so Marcus Keller-Leist.

Der Schuhhändler Peter Bödeker aus Speyer bereitet ebenfalls gemeinsam mit seinem Team den Start vor. Das Unternehmen hat eine eigene Website programmiert, über die sich interessierte Kunden für Termine anmelden können. „Ab Montag sind wir für unsere Kunden da“, freut sich Bödeker. Sieben seiner Läden liegen in Rheinland-Pfalz und werden ihre Pforten öffnen, darunter fünf Geschäfte in Speyer sowie je eine Filiale in Mutterstadt und in Mainz. Große Anzeigen in regionalen Tageszeitungen und Ankündigungen auf Social Media-Kanälen sollen möglichst viele Menschen in Rheinland-Pfalz erreichen. Zwischen 8 Uhr am Morgen und 22 Uhr am Abend sollen Kunden kommen können. „Wir wollen maximal flexibel sein“, so Bödeker. Noch unklar ist für den Händler, wie viele Kunden zeitgleich in Geschäften mit sehr großer Fläche erlaubt sind. „Zuletzt wurde bekannt gegeben, dass bei großen Flächen mehr als Personen eines Haushalts erlaubt seien. Aber was heißt das genau?“ Bödeker hofft auf schnelle Klärung. Ähnlich verhält es sich mit den Zeitfenstern, die den Kunden zur Verfügung gestellt werden sollen. Umfangreiche Hygienemaßnahmen sowie ausreichend Frischluftzufuhr sind an den Standorten des Händlers gewährleistet. In den Bödeker-Geschäften werden Textilien und Schuhe angeboten. Mit Hochtouren arbeitet das gesamte Team aktuell daran, die neue Frühjahr/Sommerware in den Läden zu präsentieren. Alles, was nach Herbst/Winter aussieht, muss weichen. „Kein Mensch möchte jetzt noch Winterkleidung kaufen. Die Leute wollen frische neue Mode, und die werden sie bei uns finden“, so Bödeker.

Auch Rudolf Berg vom Schuhhaus Berg aus Trier steht in den Startlöchern. „Wir werden das Termin-Shopping auf jeden Fall nutzen. Wir richten in den kommenden Tagen unsere beiden Läden her, werben in den sozialen Medien und können dann ab dem 1. März jeweils 13 Termine pro Tag vergeben.“ Die Nachfrage sei groß, besonders Kinderschuh-Termine seien gefragt, so Berg. „Insgesamt halte ich die Genehmigung des Shoppens mit Termin in der aktuellen Situation für eine sehr kluge und nachahmenswerte Entscheidung unserer Landesregierung. Und sie macht uns Händlern auch ein wenig Hoffnung und Mut für die Zukunft.“ 

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Petra Steinke / 25.02.2021 - 10:28 Uhr

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