„Handel trägt nicht zur Pandemie-Ausbreitung bei“

#handelstehtzusammen fordert Öffnung zum 1. März

Der Lockdown in Deutschland gilt aktuell bis mindestens zum 7. März (Foto: Unsplash/Masaaki Komori)
Der Lockdown in Deutschland gilt aktuell bis mindestens zum 7. März (Foto: Unsplash/Masaaki Komori)

Das Aktionsbündnis argumentiert: Bei einer Tätigkeit ohne nennenswertes Infektionsrisiko sei eine Inzidenzzahl irrelevant. 

Zudem fordert das Bündnis weiterhin angemessene Entschädigungen für die verordneten Schließungen von Geschäften. Trotz aller Nachbesserungen, die bereits erreicht worden seien, bleibe der Handel auf vielen Kosten sitzen. „Zu den wesentlichen Kosten gehören abgelaufene Saisonwaren (hierfür gibt s noch keine befriedigende Lösung), Personalkosten (nicht von der Kurzarbeit oder Überbrückungshilfe abgedeckt werden: Urlaubsansprüche, Feiertage, gekündigte Arbeitsverhältnisse, Schwangerschaften, sowie alle Tätigkeiten, die auch bei geschlossenen Geschäften notwendig sind: Personalabteilung, der ständig umdisponierende Einkauf, EDV, Buchhaltung, Hausmeister usw.), Abschreibungen auf Anlagevermögen (werden nur zu 50% anerkannt) und Verluste bei Umsatzrückgängen von weniger als 30%.“ Zudem fehle nach wie vor eine faire Lösung für den Unternehmerlohn von Einzelkaufleuten oder Personengesellschaften, die sich am bisherigen Gewinn/Einkommenssteuervolumen orientieren müsse. Auch erschwere die „Verwässerung der Anspruchsgrundlage“ über die vom Schließungszeitraum abweichenden Entschädigungszeiträume vielen Händlern die Beantragung.

„Die Händler haben zur Pandemie-Ausbreitung nicht beigetragen, haben sie nicht verschuldet und sollen jetzt stark überproportional die Kosten für den Gesundheitsschutz tragen. Das ist ungerecht und nicht zu akzeptieren!“
Um die entstandenen Schäden auszugleichen, schließe sich das Bündnis #handelstehtzusammen der Forderung des Tübinger Bürgermeisters Boris Palmer an: „Ein Mehrwertsteuersatz von 25% auf alle Onlinebestellungen würde helfen, das Kulturgut Handel und vitale Innenstädte zu erhalten und die Kosten der Pandemie zu bewältigen.“

Ende letzten Jahres hatten mehrere Händler aus Süddeutschland, darunter Friedrich Werdich, Geschäftsführer des gleichnamigen Schuhfilialisten aus Dornstadt, das Aktionsbündnis #handelstehtzusammen gegründet. Die Initiatoren forderten von Anfang an die zeitnahe Wiedereröffnung der Geschäfte – oder angemessene Entschädigungen. Sie prangerten zudem die von der Regierung beschlossenen Corona-Hilfen als „willkürlich, ungerecht und völlig unzureichend“ an. Aktuell haben fast 17.000 Unterstützer dem Bündnis ihre virtuelle Unterschrift gegeben. 

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Petra Steinke / 23.02.2021 - 09:39 Uhr

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