„Stabile Konsumlaune ermöglichen“

#handelstehtzusammen will Handel revitalisieren

Schuhhändler Friedrich Werdich (Foto: Margit Fröhne)
Schuhhändler Friedrich Werdich (Foto: Margit Fröhne)

Das branchenübergreifende Händlerbündnis hatte sich während der Lockdowns für die Belange der stationären Händler engagiert. Nun will man sich für weitergehende Unterstützung und langfristige Perspektiven stark machen.

Man sieht sich durchaus auf einem guten Weg: „Fast der gesamte Handel ist geöffnet und die Hilfen kommen – nach und nach – bei den Empfängern an“, erläutert Schuhhändler Friedrich Werdich, einer der Initiatoren des Bündnisses. Nun gehe es darum, den Handel zu revitalisieren und eine „stabile Konsumlaune“ zu ermöglichen.
In einem Zukunftspapier fordert #handelstehtzusammen daher unter anderem „transparente, verständliche und nachvollziehbar einfache Corona-Landesverordnungen“, die Anerkennung der mehrfach belegten Annahme, dass der stationäre Handel keinen nennenswerten Beitrag zum Infektionsgeschehen leiste sowie ein umfangreiches Revitalisierungsprogramm für den durch die Pandemie geschwächten Handel.

In dem Zukunftspapier erläutert das Bündnis zudem die Rolle des Handels mit Blick auf die wirtschaftliche Situation von Arbeitnehmerinnen. „Die Corona-bedingte Schädigung bei der Substanz der Handelsbetriebe führt zu stärkerer sozialer Ungleichheit und stärkerer Ungleichheit unter den Geschlechtern“, da im Facheinzelhandel in vielen Branchen das Verkaufspersonal mehrheitlich weiblich sei. Hier seien nicht nur kurzfristige Einbußen durch Kurzarbeit deutlich zu spüren, sondern auch langfristige Effekte auf die Gehalts- und Karrieremöglichkeiten der Arbeitnehmerinnen zu befürchten.

Auch übernehme der stationäre Einzelhandel eine wichtige Rolle bei der Integration von Migrantinnen und Migranten. „Wir tragen aktiv dazu bei, dass sich die Gesellschaft nicht radikalisiert, sondern im Dialog bleibt und man sich mit gegenseitigem Respekt behandelt“, formuliert Handelstehtzusammen im Zukunftspapier.

Zu den Forderungen des Bündnisses für eine langfristige Revitalisierung des stationären Handels gehören differenzierte Mehrwertsteuersätze zwischen Warenversand und Einkauf vor Ort, beispielsweise 25% bei Onlinebestellungen und 15% bei Einkauf im Geschäft. „Bei einer solchen Gestaltung könnten die Steuereinnahmen in Summe langfristig steuerneutral sein. Zumindest, wenn man alle weiteren Steuern in die Kalkulation mit einbezieht, die nicht von jedem Onlinehändler in gleichem Umfang geleistet werden“, argumentiert das Bündnis.
Engagement wünschen sich die in dem Bündnis aktiven Händler auch für die Innenstädte: „Innenstädte müssen Erlebniszentren sein. Dafür sind auch schön gestaltete Fußgängerzonen ein wichtiges Mittel.“ Zentrumsnahe, günstige oder kostenfreie Parkplätze sowie großzügige Parkhäuser und Tiefgaragen seien hier wichtige Elemente. „Eine ideologische grundsätzliche Verbannung des Autos aus der Stadt führt zu stark ansteigendem Verkehr durch Lieferdienste und Berge von Verpackungsmüll und sind keine wirksame Umweltschutzmaßnahme“, so #handelstehtzusammen.

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Petra Steinke / 16.06.2021 - 08:31 Uhr

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