Corona-Krise

HDE: „Mittelstand in die Öffnungsstrategie einbinden“

Die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand, in der auch der Handelsverband Deutschland (HDE) Mitglied ist, fordert Bund und Länder auf, den Mittelstand eng in die Erarbeitung einer Öffnungsstrategie einzubinden.

Nur aus der unternehmerischen Praxis heraus könnten die erforderlichen Impulse formuliert werden, die ein Wiederhochfahren der Wirtschaft gelingen lassen, teilt der HDE mit. Dabei habe der Gesundheitsschutz oberste Priorität. „Die Corona-Krise hinterlässt tiefe Spuren in unserer mittelständisch geprägten Wirtschaft. Sie geht an die Substanz: Viele Unternehmer haben sich von Monat zu Monat durchgekämpft, stehen wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand und zehren angesichts massiver Ertragseinbußen von ihren Reserven. Gerade sie warten dringend auf eine klare und an nachvollziehbaren Kriterien ausgerichtete Öffnungsperspektive“, teilt der HDE mit. Die Öffnungsstrategie dürfe nicht hinter verschlossenen Türen erarbeitet werden. Sie müsse die Expertise der mittelständischen Betriebe und ihrer Verbände entscheidend berücksichtigen und sowohl die Erfahrung mit der Pandemie wie die gesellschaftlichen Debatten einbeziehen. Denn gerade die derzeit geschlossenen Unternehmen wüssten, welche konkreten Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens vor Ort geeignet und realistisch umsetzbar seien. Es müssten alle Bereiche des Mittelstandes einbezogen werden.

„Die Risiken eines fehlgeschlagenen Hochfahrens sind beachtlich: Kleine und mittlere Unternehmen sind die zentrale Stütze der deutschen Volkswirtschaft. Und mehr noch: Sie haben eine wichtige Stabilisierungsfunktion für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, auch und gerade in ländlichen Regionen. Hier geht es um eine besondere Struktur und Kultur“, so der Verband. Das situative politische Handeln müsse durch eine mittel- bis langfristig tragfähige Strategie ersetzt werden, die sich an realistischen und fundierten Indikatoren orientiert. Verlässlichkeit und Praxistauglichkeit seien dabei entscheidend. Dazu gehöre auch ein stärker evidenzbasierter Ansatz. „Insgesamt braucht der Mittelstand neben einer Perspektive zur Öffnung dringend politische Signale der Zuversicht, damit möglichst viele Unternehmen durch die Krise kommen und durchhalten. Ein Wiederhochfahren ist nicht per Knopfdruck möglich, sondern muss sorgfältig vorbereitet werden.“

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Helge Neumann / 08.02.2021 - 09:36 Uhr

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