Unzufriedener Bekleidungshandel

HDE: Schwacher Start ins Weihnachtsgeschäft

Die Düsseldorfer Innenstadt am Samstag vor dem 1. Advent: Viele Menschen waren unterwegs. Die Einzelhandelsumsätze blieben offenbar dennoch hinter den Erwartungen zurück. (Foto: Redaktion)
Die Düsseldorfer Innenstadt am Samstag vor dem 1. Advent: Viele Menschen waren unterwegs. Die Einzelhandelsumsätze blieben offenbar dennoch hinter den Erwartungen zurück. (Foto: Redaktion)

Die sich weiter verschärfende Corona-Lage sorgte in der Woche vor dem ersten Advent bei vielen Einzelhändlern für Enttäuschung. Der HDE fordert die Abschaffung bzw. Nichteinführung von Beschränkungen: Im Einzelhandel herrsche keine erhöhte Infektionsgefahr.

„Der Einzelhandel konnte den immer schwieriger werdenden Rahmenbedingungen mit steigenden Infektionszahlen, höherer Inflation und Lieferengpässen bis in den November hinein trotzen. Die Folgen der dramatischen Verschärfung der Coronakrise erreichen jedoch in der zurückliegenden Woche vor dem 1. Advent den Einzelhandel“, so HDE- Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Eine HDE-Umfrage zeige, dass knapp mehr als die Hälfte der stationären Nonfood-Händler mit der Umsatzentwicklung in der letzten Woche unzufrieden ist. Besonders schwach verlief das Geschäft im Bekleidungseinzelhandel. Hier ist laut dem Verband nur jeder fünfte Händler zufrieden. Überwiegend gut sei es lediglich im Lebensmittelhandel gelaufen. Positive Impulse gab es außerdem bei Haushalts- und Spielwaren. Am häufigsten griffen die Kundinnen und Kunden in den vergangenen Tagen in den Bereichen Unterhaltungselektronik und Smartphones, warme Bekleidung und Strickwaren, Haushaltswaren zum Kochen und Backen, sowie bei Comics und Puzzles zu. 

Grund für die weit verbreitete Unzufriedenheit der Geschäftsleute sind die flächendeckend gefallenen Kundenfrequenzen. Rund 60% der Handelsunternehmen berichten von Rückgängen gegenüber dem Vorjahr. „Viele Einzelhändler bangen um das Weihnachtsgeschäft und damit um ihre umsatzstärkste Zeit. Das ist auch eine Folge der vielerorts gültigen 2G- oder 3G-Regelung für den Einzelhandel in den Innenstädten. Denn die Schlangen vor der Kontrolle an den Türen der Nicht-Lebensmittel-Geschäfte schrecken die Menschen oft vom Einkaufen ab. Gleichzeitig ist allen auch in der Politik klar, dass der Einkauf kein Infektionsherd ist und Hygienekonzepte, Lüftungsanlagen sowie die Maskenpflicht für ausreichend Sicherheit sorgen. Deshalb müssen diese Zutrittsbeschränkungen wieder entfallen“, so Genth. In der jetzigen Situation rechnen laut HDE-Umfrage nur zwölf Prozent der Handelsunternehmen angesichts der Corona-Restriktionen mit einer positiven Entwicklung der Umsätze in den kommenden Wochen.

 

Baden-Württemberg: „Kaum Hoffnung auf Besserung“

Auch der baden-württembergische Handelsverband zieht zum Start in die Adventszeit eine ernüchterte Zwischenbilanz. Laut einer Umfrage des Verbandes seien die Geschäfte am ersten Adventssamstag „außerordentlich schleppend und enttäuschend“ verlaufen. „Unsere Befürchtungen sind leider wahr geworden. Die aktuell gültigen Coronaregeln sorgen für Verunsicherung bei unseren Kundinnen und Kunden, so dass diese vom Besuch des stationären Einzelhandels absehen. Das ist ein Schlag ins Gesicht unserer ohnehin schon stark gebeutelten Händlerinnen und Händler“, sagte Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg (HBW).
Die Umfrage ergab, dass der erste Adventssamstag sowohl in Bezug auf Umsatz als auch in Bezug auf die Kundenfrequenz von knapp der Hälfte der Händlerinnen und Händler als mangelhaft oder ungenügend bezeichnet wurde.
Unterscheidet man die Antworten der Befragten aus Regionen mit 2G-Regelung für den Einzelhandel von den Antworten der Befragten aus Regionen mit 3G, so wird laut HBW klar, welche Konsequenzen die 2G-Regel für den Einzelhandel hat. Während in Regionen mit 2G-Regelung sowohl der Umsatz als auch die Kundenfrequenz laut Befragung von mehr als 60% der Händlerinnen und Händler als ungenügend oder mangelhaft bezeichnet wurde, gab es die gleiche Bewertung in Regionen mit 3G-Regelung nur von circa 25% der Händler. Im Mittel bewerteten die Befragten in 2G-Regionen die Kundenfrequenz mit einer Schulnote von 4,52 und den Umsatz mit 4,5. In 3G-Regelungen war die mittlere Bewertung jeweils um etwa eine Schulnote besser. Während die Kundenfrequenz im Mittel mit 3,55 bewertet wurde, lag die mittlere Bewertung des Umsatzes bei 3,33. 
Auch die Hoffnung auf Besserung in den kommenden Wochen des Weihnachtsgeschäfts ist nicht groß. Fast 75% der Befragten gaben an, dass sie für die kommenden Wochen mit einem Rückgang der Kundenfrequenz rechnen. Auch die Umsatzprognose der Händlerinnen und Händler sieht düster aus. Mehr als zwei Drittel der Befragten rechnet mit einem Umsatzrückgang in den kommenden Wochen des Weihnachtsgeschäfts. Auch die Angst vor weiteren Verschärfungen der Corona-Regeln treibt laut HBW die Händlerinnen und Händler laut Umfrage um.

 
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Petra Steinke / 28.11.2021 - 19:09 Uhr

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