Schuhindustrie

Heinrich Dinkelacker verlässt Ungarn

Heinrich Dinkelacker produziert künftig in Spanien. (Foto: Shoepassion)
Heinrich Dinkelacker produziert künftig in Spanien. (Foto: Shoepassion)

Heinrich Dinkelacker verlagert die Produktion. Nach fast 60 Jahren schließt die Schuhmarke die Manufaktur in Budapest.

Heinrich Dinkelacker produziert ab sofort im spanischen Almansa. „Als der Enkel unseres Gründers, Burkhard Dinkelacker, in den 1960er-Jahren die Fertigung von Deutschland nach Ungarn verlagerte, tat er dies aufgrund des Fachkräftemangels in Deutschland. Nun, fast 60 Jahre später, sehen wir uns in Ungarn ähnlichen Herausforderungen gegenüber“, so Björn Henning, CEO von Shoepassion, Mutterunternehmen von Heinrich Dinkelacker. In Ungarn werde das traditionelle Schuhmacherhandwerk seit Jahren nicht mehr ausgebildet, qualifizierten Nachwuchs gebe es kaum noch. „Seitdem wir Anfang 2017 die Verantwortung in Budapest übernommen haben, sahen wir uns durchgehend mit Personal- und Infrastrukturproblemen konfrontiert, die unseren Produktionsablauf stark behinderten.“

Ganz anders stelle sich das Bild am neuen Standort dar. Bereits seit 2009 lässt die Shoepassion GmbH die rahmengenähten Kollektionen ihrer Eigenmarken im spanischen Almansa von Hand fertigen. Man habe über die Jahre ein enges Vertrauensverhältnis aufgebaut und sieht hier großes Potential für die Zukunft: „Das Handwerk hat dort eine lange Tradition und wird in der Region gepflegt. Nachwuchs, Fertigungs-Knowhow und Infrastruktur sind innerhalb Europas beispiellos“, so Henning. Die familiengeführte Manufaktur habe zudem schon die ein oder andere Produktinnovation mit Shoepassion verwirklicht. Neuentwicklungen, die bisher in Ungarn nicht möglich gewesen seien, seien nun in Spanien für Heinrich Dinkelacker machbar. Den Auftakt werden in der Kollektion Frühjahr/Sommer 2021 Chelsea Boots machen, die ersten in der Geschichte der Marke.

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Helge Neumann / 19.02.2021 - 08:12 Uhr

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