Interview: Patrick Schweizer

„Ich bleibe Optimist“

Patrick Schweizer (Foto: BCT Schuhhandel GmbH)
Patrick Schweizer (Foto: BCT Schuhhandel GmbH)

Patrick Schweizer ist Geschäftsführer der BCT Schuhhandel GmbH, die 60 Filialen betreibt. schuhkurier sprach mit dem Unternehmer über die vergangenen Wochen und seine persönliche Prognose.

Erst konnten die Geschäfte öffnen, nun müssen sie vielerorts wieder schließen. Wie gehen Sie mit diesem Hin und Her um?

Wir erleben in der Tat Höhen und Tiefen. Mittlerweile betreiben wir Geschäfte in den vier Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein Westfalen, und die regionalen Unterschiede machen es uns wirklich schwer. In Bayern und Baden-Württemberg sind die Inzidenzen der einzelnen Landkreise entscheidend, daher erstellen wir jeden Morgen eine Übersicht mit den aktuellen Inzidenzen und prüfen, ob und wie wir wo öffnen dürfen. Das ist wirklich sehr aufwändig. 

Wie liefen die Geschäfte an den Standorten, an denen Sie im März öffnen konnten?

Auch wenn die Umsätze deutlich niedriger waren als sie eigentlich an diesen Tagen sein sollten, waren die Geschäfte erfreulich. Die Kunden kamen und haben gekauft, dass war wirklich ermutigend. Auch Click & Meet hat gut funktioniert, wenngleich das stark standortabhängig war. In den Innenstadtlagen lief es besser als in den Industriegebieten. Die Kunden, die in die Geschäfte kamen, haben zu einem sehr hohen Anteil gekauft.

Was erwarten Sie von den kommenden Wochen und Monaten?

Grundsätzlich unterstütze ich die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona Pandemie. Aber ob die Lockerungen Anfang März zu früh kamen, weiß ich nicht. Aus geschäftlicher Sicht war ich natürlich durchaus froh darüber. Die dritte Welle war damals bereits absehbar. Ich befürchte, dass uns noch viele Wochen der Einschränkungen bevorstehen. Darauf stellen wir uns ein.

Was bedeutet das mit Blick auf Ihr Unternehmen?

Ich bleibe trotz aller Herausforderungen optimistisch. Wir werden diese Krise überstehen. Die Überbrückungshilfe III haben wir beantragt, warten aber noch auf einen Bescheid. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als den Kopf nicht in den Sand zu stecken und mit der Situation bestmöglich umzugehen.

Wann wird die Lage wieder besser?

Eine echte Verbesserung wird es nur dann geben, wenn die Impfkampagne ins Rollen kommt. Bis eine Herdenimmunität hergestellt ist, müssen wir weiterhin mit Einschränkungen rechnen. Mich interessiert daher neben den Inzidenzwerten auch die Steigerung der Impfzahlen. Als ein Übergangsszenario könnte ich mir jedoch Projekte nach dem Vorbild von Tübingen sehr gut vorstellen. Das würde dem Handel sicher helfen.

Womit rechnen Sie für die Herbst/Winter-Saison?

Wie bereits gesagt: Ich bin und bleibe Optimist. Und so glauben wir daran, dass wir in der kommenden Herbst/Winter-Saison wieder „normale“ Umsätze erzielen können. Wir haben unseren Einkauf zwar reduziert, aber nicht drastisch heruntergefahren. Das wäre falsch. Im Übrigen hoffe ich sehr, dass es nicht zu einem massiven Preiskampf kommen wird, sobald auf breiter Front gelockert wird. Die Panik ist bei dem einen oder anderen Akteur im Handel schon spürbar. Auch aus diesem Grund bin ich für jeden kleinen Schritt in die richtige Richtung und für jeden Hoffnungsfunken dankbar, damit keiner – weder Kunden noch Händler – durchdreht.

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Laura Klesper / 01.04.2021 - 09:48 Uhr

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