Statistisches Bundesamt

Insolvenzen im ersten Quartal rückläufig

Im ersten Quartal 2021 sind die Unternehmensinsolvenzen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stark zurückgegangen. Hintergrund war die ausgesetzte Insolvenzantragspflicht. 

Im ersten Quartal 2021 haben die deutschen Amtsgerichte 3.762 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 19,7% weniger als im 1. Quartal 2020. Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegelte sich somit noch nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider.

Ein Grund für die niedrige Zahl beantragter Unternehmensinsolvenzen ist laut Destatis die ausgesetzte Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen bis Ende 2020. Das Wiedereinsetzen der Antragspflicht zeigt sich noch nicht in den Ergebnissen für das 1. Quartal 2021. Ausgesetzt war die Insolvenzantragspflicht im 1. Quartal 2021 weiterhin für Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch aussteht. Für diese Unternehmen wurde die Pflicht zur Beantragung eines Insolvenzverfahrens erst zum 1. Mai 2021 wieder vollumfänglich eingesetzt. 

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im ersten Quartal 2021 im Baugewerbe mit 608 Fällen (erstes Quartal 2020: 761, -20,1 %). Im Handel waren es 556 Verfahren (erstes Quartal 2020: 788, -29,4 %). Im stark von den Corona-Maßnahmen betroffenen Gastgewerbe wurden  415 Insolvenzen gemeldet (erstes Quartal 2020: 514, -19,3 %). 

Hinweise auf die künftige Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen gibt die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren. Im Jahr 2020 war diese von Monat zu Monat gesunken, bis sich zum Jahresende im November (+5 %) und Dezember (+18 %) eine Trendumkehr abzeichnete. Im 1. Quartal 2021 setzte sich der Anstieg mit Ausnahme des Januars (-5 %) fort. Im Februar 2021 (+30 %) und März (+37%) stieg die Zahl jeweils deutlich gegenüber dem jeweiligen Vormonat. Ab April waren die Zahlen rückläufig: So sank die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren im April im Vergleich zum März um 17%, sie lag allerdings weiterhin über dem Niveau des Vorjahresmonats (+10% gegenüber April 2020). Im Mai 2021 sank die Zahl eröffneter Regelinsolvenzverfahren weiter, wenn auch nicht mehr ganz so stark: So wurden im Mai 7% weniger Verfahren eröffnet als im April. Die Zahl lag 5% höher als im Mai 2020. 

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Helge Neumann / 10.06.2021 - 08:17 Uhr

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