Statistisches Bundesamt legt Zahlen vor

Insolvenzen: Kommt die Trendwende?

Der rückläufige Trend bei der Zahl der Unternehmensinsolvenzen setzte sich auch im Juli fort – und das trotz des Auslaufens vieler Sonderregelungen infolge der Corona-Pandemie. Im September deutete sich jedoch eine Wende an.

Im Juli 2021 haben die deutschen Amtsgerichte 1.200 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 12,3% weniger als im Juli 2020. Gegenüber Juli 2019, also vor Beginn der Ausbreitung der Corona-Pandemie in Deutschland, ging die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Juli 2021 um 27,0 % zurück.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte im Juli 2021 auf rund 4,6 Mrd. Euro. Im Juli 2020 hatten sie noch bei etwa 3,9 Mrd. Euro gelegen. Dieser Anstieg bei gleichzeitigem Rückgang der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass im Juli 2021 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten als im Juli 2020.

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im Juli 2021 im Baugewerbe mit 222 Fällen (Juli 2020: 204; +8,8%). Im Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) waren es 189 Verfahren (Juli 2020: 228; -17,1%).

Hinweise auf die künftige Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen gibt die Zahl der beantragten Regelinsolvenzverfahren. Im September 2021 stieg diese Zahl laut vorläufigen Angaben um 6,0% gegenüber August 2021. Im Vergleich zu September 2020 lag die Zahl um 25,0% höher, als die Antragspflicht vollumfänglich ausgesetzt gewesen und es zu einem deutlichen Rückgang im Vergleich zu September 2019 (-31,0%) gekommen war.

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Helge Neumann / 12.10.2021 - 08:20 Uhr

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