Konsum nach dem Lockdown

Ist „Revenge Shopping“ schon wieder vorbei?

Nach dem Ende des Lockdowns deuteten Daten der GfK auf einen Trend zum „Revenge Shopping“ hin. Laut einer Erhebung vom Juli flacht diese Entwicklung aber bereits wieder ab – besonders betroffen ist der Schuhhandel. 

Mit der Öffnung des Einzelhandels wollten die Verbraucher laut GfK-Daten vor allem in den Bereichen Mode, Gastronomie, Reisen, Veranstaltungen sowie Beauty und Fitness tendenziell noch mehr Geld ausgeben als zuvor. Einige Wochen später hat sich das Bild nun gewandelt. Daten von Anfang Juli zeigen, dass einzig für Reisen und Veranstaltungen noch Mehrausgaben geplant werden. Für Produktkategorien, in denen ein Kauf kurzfristiger entschieden wird, wie Mode, Gastronomie, Beauty und Fitness, planen Verbraucher dagegen nur stagnierende oder gar rückläufige Ausgaben. „Sorgen bezüglich der Delta-Variante und einer möglichen vierten Welle beeinflussen Konsumenten und ihre Kaufentscheidungen“, ordnet Petra Süptitz, Expertin im Bereich Consumer Insights bei GfK, die aktuellen Entwicklungen ein. „Das Bild ist jedoch nicht einheitlich: Jede Produktkategorie folgt eigenen Gesetzmäßigkeiten.“

Umsätze im Modehandel bleiben hinter 2019 und 2020 zurück

Im Bereich Fashion zeigen Marktdaten von GfK, dass die Verkäufe in den vergangenen Monaten immer dann rückläufig waren hat, wenn die stationären Geschäfte geschlossen waren. Sobald die Geschäfte öffneten, stieg die Nachfrage nach Kleidung wieder. Die Verbraucher haben also während des Lockdowns nicht einfach ihre Käufe auf den Online-Handel umgelegt – sie haben weniger gekauft. Gleichzeitig sank der Umsatz im Online-Fashionhandel, sobald dank sinkender Inzidenzwerte das Einkaufen im Ladengeschäft möglich war. „Der stationäre Handel spielt im Fashionbereich eine herausragende Rolle, denn wenn sie die Wahl haben, gehen viele Menschen tatsächlich immer noch lieber ins Modegeschäft“, erklärt Petra Mücke, GfK-Expertin Bereich Fashion. „Gründe hierfür sind die Möglichkeit der Anprobe sowie der Wert einer persönlichen Beratung.“ Insgesamt bleibt der aufgelaufene Umsatz im Modebereich aber deutlich hinter dem von 2019 und sogar hinter dem des Krisenjahrs 2020 zurück. Im ersten Quartal 2021 generierte der Fashionhandel insgesamt 3 Mrd. Euro weniger Umsatz als im selben Zeitraum 2020.

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Helge Neumann / 06.08.2021 - 14:32 Uhr

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