Nachruf

Klaus Kennel verstorben

Klaus Kennel ist nach langer Krankheit verstorben. (Foto: Kennel & Schmenger)
Klaus Kennel ist nach langer Krankheit verstorben. (Foto: Kennel & Schmenger)

Trauer um Klaus Kennel. Der Unternehmer und Schuhmacher ist am 12. September nach langer Krankheit verstorben.

Ein Leben für den Schuh. Schon im Kindesalter hat sich Klaus Kennel für die Schuhproduktion begeistert. Diese lag ihm im Blut. Sein Großvater Fritz Kennel hat das Unternehmen Kennel & Schmenger 1918 gegründet. 1961 war Klaus Kennel in die Schuhfabrik eingetreten. Den Grundstein seines Erfolgs hatte er an der Deutschen Schuhfachschule und bei einem zweijährigen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten gelegt. 50 Jahre war er bis Ende des Jahres 2011 in der Geschäftsleitung und hat in dieser Zeit auch als Mehrheitsgesellschafter das Unternehmen maßgeblich geprägt. Im Jahr 2010 wurde Kennel & Schmenger mit dem schuhkurier AWARD als bester Hersteller ausgezeichnet. 

Klaus Kennel meisterte auch den Verdrängungswettbewerb, der die Pirmasenser Schuhindustrie in eine existenzielle Krise stürzte und tausende Arbeitsplätze kostete. Im Laufe der Jahre stellte er das Unternehmen zusammen mit jungen Führungskräften fast auf den Kopf und konzentrierte sich auf die Nische modische Damenschuhe im Premiumsegment. Um die Lohnkosten zu senken, wurden Teile der Produktion nach Ungarn verlagert, wo es bis heute zwei Werke mit 300 Mitarbeitern gibt.

„Mit Ideenreichtum, Geschick, sozialer Kompetenz und sehr viel Herzblut hat Klaus Kennel sein Unternehmen erfolgreich durch den Strukturwandel geführt. Die modischen Kennel & Schmenger Damenschuhe haben sich unter seiner Regie einen hervorragenden Ruf erarbeitet“, teilt das Unternehmen mit. Für die Stadt Pirmasens sei wichtig, dass am Standort knapp 200 Menschen beschäftigt sind. Kaum einem anderen Unternehmen sei dies gelungen. Die Gesellschafter hätten ihr Kapital nicht abgezogen, sondern immer wieder ins Unternehmen gesteckt.

Aus seinen Ehrenämtern hat sich der mehrfach geehrte Klaus Kennel aus gesundheitlichen Gründen ganz zurückgezogen. Die letzten Jahre konnte der Gesellschafter mit seiner Frau, Tochter Ina und engsten Vertrauten am Tegernsee zufrieden auf sein Lebenswerk in der langen Familientradition blicken. Seit einigen Jahren war ihm die herrliche Landschaft zur zweiten Heimat geworden.

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Helge Neumann / 13.09.2021 - 10:33 Uhr

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