Kommentar von Petra Steinke

Kommentar: Gegensätze

schuhkurier-Chefredakteurin Petra Steinke (Foto: Natalie Färber)
schuhkurier-Chefredakteurin Petra Steinke (Foto: Natalie Färber)

Ein kleiner Ort in der Provinz. Und ein international agierendes Unternehmen. Eine 135-jährige Unternehmensgeschichte. Und eine Vision für die nächsten Jahrzehnte. Wer sich mit der Seibel-Gruppe befasst, findet erstaunliche Gegensätze.

4.000 Einwohner zählt die Ortschaft Hauenstein in der Pfalz. Es ist ein großes Dorf. Aber es ist weit über die Region hinaus bekannt. Hier, unweit von Pirmasens, sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht und reihen sich auf der „Schuh-Meile“ die Outlets aneinander. Jedes Jahr kommen zigtausende Menschen aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland hierher, um Schuhe zu kaufen.

Die beschauliche Kommune im Pfälzer Wald ist Stammsitz eines Global Players. Die Seibel-Gruppe beschäftigt weltweit 650 Menschen, fertigt in mehreren internationalen Werken 3,5 Mio. Paar Schuhe pro Jahr und liefert diese in mehr als 40 Länder. Das Unternehmen, gegründet 1886, bereitet die Übergabe an die 5. Generation der Inhaberfamilie vor. Und es hat große Pläne. Schon in den zurückliegenden Jahren konkretisierten sich verschiedene Vorhaben: die Neupositionierung der Marken, ein moderner Marketingauftritt, der Umbau der Gläsernen Schuhfabrik in Hauenstein – es gab einiges, das man anpacken wollte. An die Umsetzung ging man 2020. Und dann kam Corona und bescherte dem Unternehmen einige Baustellen mehr. Dass die zurückliegenden Monate brutal waren, daran lässt Firmenchef Carl-August Seibel im Interview mit schuhkurier keinen Zweifel. Daran, dass er sich davon nicht entmutigen lassen will, auch nicht.

Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind für den Unternehmer die beiden „Megatrends“, an denen er sein Unternehmen ausrichten will. Konsequent sollen auch die Marken seines Hauses dementsprechend positioniert werden. Damit setzt auch die Seibel- Gruppe um, was derzeit für jedes Unternehmen unserer Branche gilt: die Konzentration auf das Wesentliche, die Bündelung von Kräften – und Investitionen. Nur so kann Zukunft gestaltet werden. Das gilt auch für den Global Player aus der Provinz.

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Petra Steinke / 15.07.2021 - 07:52 Uhr

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