Kommentar von Helge Neumann

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Die vergangenen Wochen haben der Branche gutgetan. Mehr als eine Atempause ist jedoch nicht drin. Es gilt, die richtigen Lehren zu ziehen.

„Nach der Pandemie ist vor der Pandemie.“ Thomas Hüser findet klare Worte. Der Schuhhändler aus Emsdetten warnt im Interview mit schuhkurier eindringlich davor, die Corona-Pandemie vorschnell zu den Akten zu legen. Das wäre ein Fehler, so Hüser. Vielmehr sollte jeder für sich die Lehren aus den zurückliegenden Monaten ziehen und sich auf eine mögliche vierte Welle im Herbst vorbereiten. Den Verantwortlichen in Bund und Ländern traut der Unternehmer das nämlich nicht zu. Diese Einschätzung teilt er mit vielen in der Branche, die der Politik seit langem eine eklatante Konzeptlosigkeit vorwerfen. Statt verlässlichem Krisenmanagement herrschte monatelang Aktionismus. Eine Besserung ist angesichts des anstehenden Wahlkampfs nicht in Sicht. Der Westfale Hüser fordert seine Kollegen im Handel auf, jetzt nicht den gleichen Fehler wie die Politik zu begehen und sich gewissenhaft auf den „worst case“ vorzubereiten. Das Ziel ist klar: jederzeit geschäftsfähig zu bleiben. Unter allen Umständen.

In Zeiten des zunehmend volatilen Einkaufsverhaltens erfordert das vor allem technische Lösungen. Die Kundinnen und Kunden haben sich nicht nur an die Vorzüge des Onlineshoppings gewöhnt, sondern auch an Angebote wie Terminreservierung und eine persönliche Ansprache via Social Media. Im Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Umsätze ist eine sauber aufgestellte Kommunikation die neue Königsdisziplin im Handel. Der direkte Draht ist Gold wert. Grundlage sind neben den Tools vor allem die Kundendaten. Ohne Handynummer funktioniert kein WhatsApp-Marketing. Der Druck auf den Handel, mehr Daten zu sammeln, steigt, da auch zahlreiche Markenanbieter zunehmend in den Austausch mit den Verbraucherinnen und Verbrauchern investieren.

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Christopher Mastalerz / 06.08.2021 - 10:20 Uhr

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