Klimakonferenz COP26

Lederindustrie veröffentlicht Manifest

Die Lederindustrie hat anlässlich der COP26 ein Manifest veröffentlicht. (Foto: Ecco)
Die Lederindustrie hat anlässlich der COP26 ein Manifest veröffentlicht. (Foto: Ecco)

Anlässlich der Klimakonferenz COP26 ruft die internationale Lederindustrie in einem Manifest dazu auf, die Abhängigkeit von fossilen Ressourcen zu verringern und natürlichen Materialien Vorrang zu geben.

Der Verband der Deutschen Lederindustrie VDL e.V. hat zusammen mit 30 anderen internationalen Organisationen der Lederindustrie die Klimakonferenz 2021 der Vereinten Nationen (COP26) aufgerufen, natürlichen Materialien Vorrang einzuräumen, um die direkten Auswirkungen auf das Klima zu mindern. Das von den Organisationen verfasste „Leather Manifesto“ (Leder-Manifest) fordert die COP26 auf, die kreislauffähigen und klimaeffizienten Eigenschaften von Naturfasern und ihr Potenzial zur Verringerung der Klimaauswirkungen in Konsumgütern anzuerkennen.

„Naturfasern sind Teil des biogenen Kohlenstoffkreislaufs und bestehen als solche aus Kohlenstoff, der sich seit Jahrtausenden in der Atmosphäre befindet“, so das Leder-Manifest. „Diese leicht verfügbaren Rohstoffe sind, wenn sie ethisch korrekt hergestellt werden, ein wichtiger Ersatz fossiler Rohstoffe, wodurch die Notwendigkeit ihrer Förderung verringert wird und mehr Kohlendioxid in der Erde gebunden bleibt. Darüber hinaus werden ordnungsgemäß hergestellte natürliche Materialien am Ende ihres Lebenszyklus biologisch abgebaut. So reduziert sich ihre Umweltbelastung und schädliche Emissionen, wie z. B. die Verschmutzung durch Mikroplastik, die häufig in Zusammenhang mit synthetischen Materialien entsteht, wird verringert.“

Das Manifest stellt ferner fest, dass natürliche Materialien jedoch oft abgelehnt werden, weil man den Herstellungsprozess und die Lieferkette nicht versteht oder fragwürdige wissenschaftliche Erkenntnisse in Form von unvollständigen, unvergleichbaren oder veralteten Ökobilanzen anführt, hingegen neue, oft auf fossilen Rohstoffen basierende Materialien propagiert, deren Nachhaltigkeit nicht bewiesen ist. „Leder, ein natürliches Material, eines der ersten Upcyclingprodukte der langen Geschichte der Menscheit, wird auch in Zukunft im Rahmen der Kreislaufwirtschaft eine wichtige Rolle spielen, wenn wir die Zusammenhänge nicht vergessen.“

Das Manifest der Lederindustrie im Wortlaut

Die von uns verwendeten Materialien beeinflussen unser Klima

Die Welt braucht Materialien, die nachhaltig, erneuerbar, wiederverwertbar und biologisch abbaubar sind und - was am wichtigsten ist - nicht zur Belastung der Atmosphäre mit Kohlendioxid beitragen.

Naturfasern wie Leder, Baumwolle, Wolle, Mohair, Alpaka, Seide, Hanf und Pilze sind Teil des biogenen Kohlenstoffkreislaufs und bestehen somit aus Kohlenstoff, der sich seit Jahrtausenden in der Atmosphäre befindet.

Diese leicht verfügbaren Rohstoffe sind, wenn sie ethisch korrekt hergestellt werden, ein wichtiger Ersatz für fossile Rohstoffe, wodurch die Notwendigkeit ihrer Förderung verringert wird und mehr Kohlendioxid in der Erde verbleibt.

Darüber hinaus werden ordnungsgemäß hergestellte natürliche Materialien am Ende ihres Lebenszyklus biologisch abgebaut. So reduziert sich ihre Umweltbelastung und schädliche Emissionen, wie z. B. die Verschmutzung durch Mikroplastik, die häufig in Zusammenhang mit synthetischen Materialien entsteht, wird verringert.

Die Lederindustrie upcycelt einen unvermeidlichen Abfall aus den Lebensmittelindustrien und stellt ein vielseitiges, langlebiges und einzigartiges Material her, das sich zudem ideal für die Kreislaufwirtschaft eignet, zu der die Welt übergehen muss.

Diese natürlichen Materialien werden jedoch oft abgelehnt, weil man den Herstellungsprozess und die Lieferkette nicht versteht oder fragwürdige wissenschaftliche Erkenntnisse in Form von unvollständigen, unvergleichbaren oder veralteten Ökobilanzen anführt, hingegen neue, oft auf fossilen Rohstoffen basierende Materialien propagiert, deren Nachhaltigkeit nicht bewiesen ist.

Wie einige neue klimawissenschaftliche Studien wie das GWP-Modell zeigen, tragen die Herstellung und Verwendung biogener Materialien in der Regel nicht zur Erwärmung der Atmosphäre bei, und wenn doch, dann sind die Auswirkungen nur von kurzer Dauer. Dies steht im Gegensatz zu Materialien, die aus fossilen Rohstoffen hergestellt werden, die Kohlendioxid freisetzen, das seit Jahrtausenden im Erdkern eingeschlossen war, das in der Umwelt verbleibt und zum Klimawandel beiträgt.

Daher rufen wir, die unterzeichnenden Organisationen, das COP26-Forum dazu auf,...

  • die kreislauffähige, klimaeffiziente Beschaffenheit von Naturfasern und ihr Potenzial für einen positiven Beitrag zur Reduzierung der Klimabelastung in Verbraucherprodukten anzuerkennen.
  • die Verwendung von Naturfasern zu fördern, wo immer dies möglich ist und die unnötige Abhängigkeit von Materialien auf Basis fossiler Ressourcen zu reduzieren.
  • Unterstützung von LCA-Methoden, die die Umweltauswirkungen von auf fossilen Rohstoffen basierenden Materialien genau berücksichtigen, einschließlich der Eigenschaften am Ende des Lebenszyklus.
  • Förderung von „Slow Fashion“, von langlebigen Produkten und Gegenständen, die viele Male verwendet, repariert und aufgearbeitet werden können und so jahrelang nutzbar sind.
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Helge Neumann / 02.11.2021 - 09:32 Uhr

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