„Hohe Umsatzverluste sind vorprogrammiert“

Lockdown: Das gilt jetzt in Österreich

Seit dem 15. November gilt in Österreich ein Lockdown für Ungeimpfte. Der Handel befürchtet massive Nachteile – und fordert Unterstützung.

In Österreich haben sich die Bundesregierung und die Bundesländer auf eine Verschärfung der Covid-Schutzmaßnahmen geeinigt. Für Personen ohne 2-G-Nachweis wurde ein Lockdown verordnet. Das Verlassen des eigenen privaten Wohnbereichs und der Aufenthalt außerhalb des eigenen privaten Wohnbereichs wird nur mehr zu bestimmten Zwecken zulässig sein. Dies sind unter anderem:

  • zur Betreuung von und Hilfeleistung für unterstützungsbedürftige Personen sowie zur Ausübung familiärer Rechte und Erfüllung familiärer Pflichten
  • zur Deckung der notwendigen Grundbedürfnisse des täglichen Lebens
  • für berufliche Zwecke und Ausbildungszwecke, sofern dies erforderlich ist
  • zum Aufenthalt im Freien zur körperlichen und psychischen Erholung

Handels- und Dienstleistungsbetriebe dürfen von Personen ohne 2-G-Nachweis nicht mehr betreten werden. „Mit dieser Maßnahme müssen Fachgeschäfte rund 35% an potenziellen Kunden aussperren, hohe Umsatzverluste sind damit vorprogrammiert“, sagte Rainer Trefelik, der Sprecher des österreichischen Handels (WKÖ). „Mit dem Lockdown für Ungeimpfte werden die Umsätze noch weiter in den Keller rasseln, ich mache mir große Sorgen um die Existenz unsere Mitgliedsunternehmen.“ Neben dem schwierigen Problem der Kontrollen, wer geimpft und wer ungeimpft ist, werde das aus den vergangenen Lockdowns bekannte und unerfreuliche Thema der Sortimentsabgrenzung wieder massiv schlagend. „Ungeimpfte können in Supermärkten und Drogeriemärkten von der Waschmaschine, über Textilien bis hin zum Spielzeug alles kaufen und beim Fachhandel müssten sie abgewiesen werden. Die Kunden brechen weg, die laufenden Kosten wie Miete und Personal bleiben aber in voller Höhe bestehen. Das ist eine untragbare Situation“, so Trefelik. Das Weihnachtsgeschäft stehe vor der Tür und besonders betroffene Branchen im Handel bräuchten dringend finanzielle Unterstützungen. Es werde notwendig sein, die staatlichen Hilfen wieder einzuführen, forderte der Branchensprecher. In Richtung Bevölkerung appellierte Trefelik einmal mehr, sich impfen zu lassen: „Ich kann mich nur immer wieder wiederholen. Der einzige Weg aus der Pandemie ist die Impfung.“

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Helge Neumann / 15.11.2021 - 09:35 Uhr

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