Corona-Krise

Lockdown wird bis Ende Januar verlängert

Der Lockdown dauert mindestens bis zum 31. Januar. (Foto: Unsplash)
Der Lockdown dauert mindestens bis zum 31. Januar. (Foto: Unsplash)

Am 5. Januar hat die Bund-Länder-Konferenz eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 31. Januar beschlossen. Aus dem Handel kommt Kritik.

„Die vor uns liegenden Monate Januar, Februar und März werden jedoch noch erhebliche Geduld und Disziplin aller erfordern“, heißt es in dem Beschluss von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten. „Die Wintermonate begünstigen durch die saisonalen Bedingungen die Ausbreitung des Virus und die Impfungen werden sich erst dann auf die Infektionsdynamik dämpfend auswirken, wenn auch ein größerer Teil der jüngeren Bevölkerung geimpft ist“, heißt es weiter. Deshalb sei es unter Abwägung aller gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sozialen Faktoren erforderlich, über den 10. Januar hinaus die weitgehenden Beschränkungen aufrecht zu erhalten. Gemäß der Hotspotstrategie werden in allen Regionen, die ein besonders hohes Infektionsgeschehen aufweisen, weitere beschränkende Maßnahmen umgesetzt. Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder werden im Lichte der weiteren Infektionsentwicklung am 25. Januar 2021 erneut beraten und über die Maßnahmen ab 1. Februar 2021 beschließen.

Handelsverband Baden-Württemberg kritisiert Beschluss

Nach dem Beschluss von Bund und Ländern, den Corona-Lockdown zu verlängern, bezeichnete die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg (HBW), Sabine Hagmann, die wirtschaftliche Lage der Handelsbranche in Baden-Württemberg als „wirklich katastrophal“. „Je länger der Lockdown dauert, desto mehr Unternehmen kommen an die Grenzen ihrer Möglichkeiten und desto mehr werden pleitegehen“, sagte Hagmann zu dem Beschluss. Im Hinblick auf drohende Insolvenzen im Handel in Baden-Württemberg sagte sie: „Im schlimmsten Fall muss man mit einer Verdopplung der von uns prognostizierten 6.000 Schließungen auf rund 12.000 Schließungen und Insolvenzen in den nächsten zwei Jahren rechnen.“ Die Branche fühle sich in dieser Krise alleine gelassen. „Wir brauchen schnell ausreichend staatliche Hilfen. Wir fordern für die Betriebe unserer Branche Zuschüsse nach dem Vorbild der außerordentlichen November- und Dezemberhilfen, von denen beispielsweise das bereits seit längerem weitgehend geschlossene Gastgewerbe profitiert.“
In diesem Zusammenhang begrüßt der HBW die Aufhebung des in Baden-Württemberg herrschenden Verbots von Click & Collect. Dies hatte es dem mittelständischen Einzelhandel im Weihnachtsgeschäft seit 16. Dezember verboten, dass Kunden Waren online bestellen und dann im stationären Geschäft vor Ort abholen. „Zu wünschen“ wäre in jedem Fall ein baldiges Ende des Lockdowns, so Hagmann. Dabei müsse berücksichtigt werden, dass der Handel nach einem Ende des Lockdown dann dauerhaft und planbar geöffnet bleibe. Die Branche könne sich nicht von einem Lockdown zum nächsten hangeln. Der Einzelhandel sei kein Corona-Hotspot.

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Helge Neumann / 05.01.2021 - 18:47 Uhr

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