Unternehmer berichtet im Podcast über seine Erfahrungen

Markus Giesswein: „Wir können die Nachfrage kaum bedienen“

Giesswein-CEO Markus Giesswein (Foto: Giesswein)
Giesswein-CEO Markus Giesswein (Foto: Giesswein)

In einem Podcast von Capital und NTV schildert der Unternehmer Markus Giesswein, wie es zur Entwicklung der Merino Runners kam – und übt deutliche Kritik am Schuhfachhandel.

2016 startete der Merino Runner mit Hilfe einer Crowdfunding-Kampagne, wird im Podcast erläutert. Diese Kampagne sei damals notwendig gewesen, weil der Fachhandel das Produkt „abgelehnt“ habe. Über die Crowdfunding-Kampagne wurde ein erster Prototyp des neuen Sneakers gezeigt. Damit sammelte das Unternehmen 80.000 Euro ein. „Für uns war das ein Signal: Der Kunde will das“, schildert Unternehmer Markus Giesswein rückblickend. Der Schuh sei schnell zum Verkaufsschlager geworden. „Wir haben mit dem Merino Runner ein innovatives Produkt auf den Markt gebracht, damals waren wir noch bei 85% B2B-Vertrieb. Der Sneaker war eine super Innovation. Aber die Händler haben es uns nicht abgekauft. Dann haben wir gedacht, wir müssen den Vertrieb selbst in die Hand nehmen. Der einzige Kanal, der dafür in Frage kam, war der direkte Vertrieb über den eigenen Onlinehsop“, so Markus Giesswein. „Die Art wie wir den Schuh vertrieben haben, war unseren Händlern nicht recht. Wir sind aber darauf gekommen, weil der Handel das Produkt abgelehnt hat.“ Der Schuhfachhandel sei „extrem konservativ“, aber auch der deutlich innovativere Sporthandel habe die Merino Runners zunächst nicht ordern wollen. Erst nach dem ersten Erfolg und Nachfragen durch Verbraucher seien Händler auf das Unternehmen zugekommen und hätten sich für die Sneaker interessiert.

Im Jahr 2020 hat das Tiroler Unternehmen nach Angaben von Markus Giesswein 1,8 Mio. Paar Wollschuhe – Merino Runners und andere Warengruppen – verkauft. Die Entwicklung sei „stark steigend“. „Wir sind jetzt auf dem doppelten Niveau zu vor der Pandemie. Das ist eine Nachfrage, die wir kaum bedienen können.“ Die Einkaufsstraßen der heutigen Zeit seien Facebook, Instagram und Google. „Und wer mit dabei ist, bekommt den Klick und bekommt Leute auf seine Website", so Giesswein. 

Den Podcast können Sie hier anhören.

 
Petra Steinke / 10.03.2021 - 10:11 Uhr

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