„Der Markt pulsiert wieder“

Mieten bleiben stabil

Die Einzelhandelsvermietung in Deutschland nimmt wieder Kurs auf Wachstum. Der Markt lieferte von Juli bis September das bislang stärkste Quartal des Jahres ab. Die Mieten blieben konstant.

Im dritten Quartal wurden knapp 123.000 qm Ladenfläche neu angemietet. Auch die Zahl der Abschlüsse von Juli bis September übertraf mit 291 das Vorjahr um deutliche 43%. Insgesamt verbucht der Markt dadurch im laufenden Jahr bislang 334.000 qm, was 18% über dem Wert des Vorjahres liegt. Auch die Zahl der Anmietungen übertrifft den Wert von 2020 mit aktuell 741 deutlich. Dirk Wichner, Head of Retail Leasing JLL Germany: „Trotz des schwierigen ersten Halbjahres, das vom Lockdown geprägt war, pulsiert der Markt nun wieder und ich gehe davon aus, dass wir einen Flächenumsatz von bis zu 450.000 qm erreichen werden. Auch wenn das diesmal noch nicht an das Vor-Pandemie-Niveau von 500.000 qm heranreicht, ist es deutlich mehr als die 383.000 qm aus dem Vorjahr. Der Trend belegt, dass viele Händler die Pandemie genutzt haben, um ihre digitalen Hausaufgaben zu machen und sich jetzt mit neuen Konzepten stärker auf den Kunden und das Kauferlebnis ausrichten.“  

In den Einkaufsmetropolen wurde die meiste Fläche in diesem Jahr bislang mit 32.500 qm in Berlin angemietet, was gut ein Drittel mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres ist. Auch Düsseldorf legt ähnlich stark zu und kommt auf 24.000 qm, was sogar deutlich über dem Fünfjahresschnitt für die ersten drei Quartale von 18.000 qm liegt. Auch Köln, München, Frankfurt und Hannover konnten sich im Vergleich zum Vorjahr teils deutlich steigern. Vor allem kleine Flächen bis 250 qm sind stark nachgefragt und machen 58% des Flächenumsatzes aus. Auch die mittlere Kategorie zwischen 250 und 500 qm legte im Jahresvergleich um vier Prozentpunkte auf 19% zu. Im Branchenvergleich behauptet sich die Sparte Gastronomie/Food (29%) an der Spitze vor dem Textilhandel (27%).

Konstant zeigen sich unterdessen wieder die Mieten: „Nach der erwarteten leichten Korrektur zur Jahresmitte haben sich die Spitzenmieten in den Big 10 wieder stabilisiert. Wir gehen davon aus, dass das Preisniveau bis Jahresende konstant bleibt“, prognostiziert Helge Scheunemann, Head of Research JLL Germany. Münchens Kaufingerstraße (340 Euro), Berlins Tauentzien (310 Euro) und die Frankfurter Zeil (290 Euro) führen traditionell das Feld an. Es folgen die Königsallee in Düsseldorf (275 Euro), Hamburgs Spitalerstraße (265 Euro) und die Königstraße in Stuttgart (260 Euro). Vor der leichten Korrektur hatten die Spitzenmieten in den Big 10 über Jahre unverändert auf hohem Niveau gelegen. Beispielweise waren die Spitzenmieten in Europa nur in Paris, London und Mailand höher als beim deutschen Spitzenreiter München.

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Helge Neumann / 25.10.2021 - 08:24 Uhr

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