„Auf einem weißen Blatt Papier geplant“

Neue Marke: Das steckt hinter Tamaris Comfort

Michael Romberg, Geschäftsführer Jana Shoes GmbH (Foto: Jana Shoes)
Michael Romberg, Geschäftsführer Jana Shoes GmbH (Foto: Jana Shoes)

Die Fashionmarke Tamaris bekommt eine Schwester mit Fokus auf Komfort. Design, Produktmanagement und Vertrieb von Tamaris Comfort liegen in den Händen der Jana Shoes GmbH. Geschäftsführer Michael Romberg erklärt, warum diese Konstellation Sinn ergibt.

Boots aus softem Leder, Loafer mit Profilsohle, Schnürer in weichem Lackleder, lässige Sneaker und elegante Trotteurs – die erste Tamaris Comfort-Kollektion soll mit 75 Artikeln und 250 Variationsmöglichkeiten durch modische Vielfalt überzeugen. Und nicht nur das: Sämtliche Modelle verfügen über verschiedene, den Komfort erhöhende Elemente. Dazu gehören neben der H-Weite („Comfort Fit“) bei allen Schuhen auch Schäfte aus Leder, herausnehmbare ergonomische Einlegesohlen, eine Lederfütterung im Fersenbereich und Lederdecksohlen. Auch die Einlegesohle soll dank gepolsterter Zonen den Laufkomfort erhöhen. Einige Modelle sind zudem vollständig ledergefüttert. Features wie Gummizüge, Schaftschnitte ohne Nähte sowie Reißverschlüsse sollen den Ansprüchen der Kundin zusätzlich entgegenkommen.

Das Team der Wortmann-Tochter Jana Shoes GmbH unter ihrem Geschäftsführer Michael Romberg ist für die Entwicklung und den Vertrieb von Tamaris Comfort zuständig. Im Oktober 2021 hatte die Wortmann KG über das neue Vorhaben informiert. Es ist eine besondere Konstellation in der Gruppe, die ihre Marken und Tochterunternehmen sorg- sam trennt, um Überschneidungen zu vermeiden. Schon seit längerem hatten die Detmolder überlegt, dass die Marke Tamaris um eine neue, auf Komfort ausgerichtete Kollektion ergänzt werden sollte. „Tamaris hat einen starken Fokus auf Mode. Für Wortmann war es wichtig, verstärkt auch Kundinnen anzusprechen, die neben der Mode großen Wert auf eine komfortable Ausstattung der Schuhe legen“, erklärt Michael Romberg. Schnell sei klar gewesen, dass man Tamaris Comfort als neue Marke brauche. Ebenso habe von Anfang an festgestanden, dass man nicht einfach eine Kapsel mit Komfortschwerpunkt lancieren wollte, sondern eine komplette, eigenständige Kollektion. Zugleich stellte sich die Frage, wer in der Gruppe dieses Vorhaben am besten umsetzen könnte. „Wir sind mit Jana Shoes die Spezialisten für dieses Segment“, so Romberg. „Weichheit und Komfort, das ist unser daily business.“

20 Jahre Erfahrung, ein eigenes Designteam und Produktmanagement, ein eigener Vertrieb – das waren die ausschlaggebenden Argumente für die Entscheidung, die Entwicklung und den Vertrieb von Tamaris Comfort in die Hände der Jana Shoes GmbH zu legen. Eine Marke, zwei Linien und zwei Unternehmen. Damit sich Tamaris Comfort und Jana nicht ins Gehege kommen und ihre Positionierung für den Handel klar erkennbar ist, wurde die Ausrichtung der Jana-Kollektion leicht justiert: Schuhe der Marke sind künftig ausschließlich aus Synthetik gefertigt und bedienen Einstiegspreislagen zwischen 39 und 79 Euro. Tamaris Comfort wiederum bietet eine Lederschuhe mit verschiedenen Komfortfeatures in Preislagen zwischen 79 und 99 Euro im Halbschuh- und Kurz- stiefelbereich sowie zwischen 120 und 160 Euro im Stiefelsegment.
Auch zur modischen Schwester Tamaris soll es eine klare Abgrenzung geben: „Tamaris ist Fashion. Und das soll auch so bleiben“, betont Romberg. „Zugleich wird auch Tamaris Comfort modisch sein – nur eben kein Trendsetter.“ Wesentliche Farbtrends und Schuhtypen sollen daher in allen drei Kollektionen abgebildet werden – ohne, dass die Schnitt- mengen zu groß werden.

„Konsequent und logisch“

Nach einer für Jana „extrem erfolgreichen Frühjahr/Sommer 22-Vorverkaufs-Saison war der Plan, zum Winter 22/23 mit Tamaris Comfort zu starten, für Michael Romberg konsequent und logisch. Spannend sei es gewesen, in den zurückliegenden Monaten „auf einem weißen Blatt Papier“ das neue Projekt zu planen. Dabei sei man von den Bedürfnissen der Kundinnen ausgegangen. Was diese wollen – Mode und Komfort – sei nicht zuletzt auch aus den Onlineaktivitäten der Wortmann-Gruppe ersichtlich gewesen. Aus umfangreichen Daten und Erhebungen seien schließlich Personas entstanden, deren Vorlieben der rote Faden ür die Entwicklung von Tamaris Comfort sind. Dabei spielt auch das Thema Nachhaltigkeit eine Rolle, dem sich die Wortmann-Gruppe nach eigenen Angaben auf allen Ebenen verschrie- ben hat. In der Tamaris Comfort-Kollektion werden Futtermaterialien aus recyceltem PET eingesetzt, die Leder stammen aus LWG-zertifizierten Gerbereien. Das Futterleder ist zudem chromfrei gegerbt.
Um die neue Kollektion auch unter dem Eindruck der Corona-Pandemie erfolgreich auf die Spur zu bringen, sei man, so Romberg, im Hinblick auf die Materialbeschaffung „stark ins Risiko“ gegangen. Etliches sei vorbestellt worden und bei der Wahl der Produktionsstätten habe man besonders auf die Verfügbarkeit von Materialien geachtet. Die Schuhe der Tamaris Comfort-Kollektion werden in verschiedenen Ländern hergestellt, vorwiegend jedoch in Pakistan.

Für den Vertrieb von Tamaris Comfort ist der Jana-Vertrieb verantwortlich, der laut Michael Romberg über langjährige Erfahrung im Bequemschuh-Handel verfügt. Zu sehen sein werden Teile der Kollektion auf der Expo Riva Schuh (15. bis 18. Januar) am Gardasee sowie auf den Messen von ANWR und SABU. Hinzu kommt die Präsentation in den Jana-Showrooms in allen deutschen Schuhordercentern sowie in Österreich, den Niederlanden und Belgien. Geordert werden können die Schuhe (Größengang 36 bis 42) in 6er, 9er und 12er-Sortimenten. Zwischen Juli und Oktober soll die Auslieferung erfolgen. Derzeit wird an der Ausarbeitung von POS-Material gearbeitet, das den Start von Tamaris Comfort im Handel unterstützen soll. Erkennen können Verbraucherinnen die Schuhe der neuen Marke an kleinen roten Emblemen.
„Ich bin stolz darauf, dass uns dieses Projekt gelungen ist – und noch dazu in der Pandemie“, sagt Romberg. Sich gerade in der Krise Ziele zu stecken und etwas Neues zu schaffen, das habe im Unter- nehmen enorme Kräfte freigesetzt.

 
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Petra Steinke / 13.01.2022 - 10:07 Uhr

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