BEVH-Jahresbericht

Onlinehandel profitiert von Corona-Krise

Der Onlinehandel in Deutschland ist 2020 um knapp 15% gewachsen. (Foto: Unsplash)
Der Onlinehandel in Deutschland ist 2020 um knapp 15% gewachsen. (Foto: Unsplash)

Der Onlinehandel gehört zu den Gewinnern der Corona-Krise. Das belegen aktuelle Zahlen des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH). Auch der Umsatz im Onlinehandel mit Schuhen legte 2020 deutlich zu.

Mehr als jeder achte Euro der Haushaltsausgaben für Waren wurde im E-Commerce ausgegeben. Der Brutto-Umsatz mit Waren im E-Commerce ist im vergangenen Jahr von 72,6 Mrd. Euro auf 83,3 Mrd. Euro gestiegen. Das ist trotz Stagnation im ersten Quartal ein Plus von 14,6% gegenüber 2019 und damit 3,3 Prozentpunkte über dem Wachstumsschnitt der drei vorangegangenen Jahre von 11,3%. Besonders dynamisch entwickelten sich dabei die Waren des täglichen Bedarfs, insbesondere Lebensmittel und Drogeriewaren, aber auch Medikamente. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen E-Commerce-Verbraucherstudie im Auftrag des BEVH. 

„Die Corona-Pandemie hat die Entwicklung des Handels hin zum E-Commerce deutlich beschleunigt, und unsere Branche hat ihr Leistungsversprechen erfüllt“, bewertet Gero Furchheim, BEVH-Präsident und Sprecher des Vorstands der Cairo AG die Jahresbilanz. „Diese Entwicklung wird sich nicht mehr umkehren. Die gesellschaftliche und politische Debatte muss deshalb ihre Perspektive gründlich ändern: E-Commerce und seine Prozesse sind künftig die Basis, von der aus Kunden ihren Einkauf beginnen. Die Innenstädte und der Einzelhandel brauchen dieses digitale Fundament, um mit ihren stationären Angeboten den Kunden noch Mehrwerte zu bieten. Die Stadtentwicklung muss sich dieser Realität endlich stellen und diejenigen konsequent einbinden, die den neuen Handel gestalten.“

Im Onlinehandel mit Schuhen stiegen die Umsätze nach Angaben des BEVH von 4,45 Mrd. Euro im Jahr 2019 auf 4,84 Mrd. Euro. Das entspricht einem Wachstum von 8,8%. Im Segment Bekleidung fiel das Plus noch deutlich höher aus. Hier stiegen die Umsätze um 14,6% auf 16,34 Mrd. Euro. 

Plattform legen deutlich zu

Fast jeder zweite im E-Commerce umgesetzte Euro wurde auf Onlinemarktplätzen und Plattformen getätigt. Hinter dem mit mehr als 20% besonders ausgeprägten Wachstum dieser Kategorie verbirgt sich laut BEVH ein Zuwachs an großen und kleinen Händlern, die über diese belastbare Infrastruktur im E-Commerce erstmals aktiv geworden sind. „Der Verkauf über Onlinemarktplätze und Plattformen ist aufgrund der Bündelung von Kunden und Nachfrage heute ein unverzichtbarer Teil jeder E-Commerce-Strategie“, so Gero Furchheim. Der Branchenverband geht davon aus, einen großen Teil der Corona-bedingten zusätzlichen Nachfrage halten zu können, auch wenn Geschäfte wieder öffnen. Dämpfend könnten die wirtschaftlichen Nachwirkungen der Corona-Pandemie ausfallen. „Im Zusammenspiel der Faktoren gehen wir von einem Umsatz-Wachstum bei Waren im E-Commerce von 12,5% für Jahr 2021 aus, mit dem die online verkauften Waren und Dienstleistungen zusammen die Grenze von 100 Mrd. Euro sicher überspringen werden“, so Furchheim.

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Helge Neumann / 27.01.2021 - 08:37 Uhr

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