„Offensiver, progressiver und umfangreicher“

Optimismus bei den Quartershoetime Orderdays

Die Quartershoetime & Bags Orderdays ist eine der letzten Veranstaltungen der Ordersaison. (Foto: Volkmar Heinz)
Die Quartershoetime & Bags Orderdays ist eine der letzten Veranstaltungen der Ordersaison. (Foto: Volkmar Heinz)

Als Finale der Ordersaison fungierten vom 21. bis 27. September in Mitteldeutschland und drumherum wieder die Quartershoetime Orderdays im MMC Schkeuditz bei Leipzig. schuhkurier unternahm eine Stippvisite und traf überwiegend auf Zufriedenheit.

Manches deutete noch auf Corona: dass die an das Center angeschlossenen Messehallen nicht geöffnet waren, dass es keine Modenschau gab und keine Seminare, dass die Menschen – zumindest auf den Gängen - noch Masken trugen… Manches war schon wieder anders als bei den vorangegangenen Veranstaltungen: Beispielsweise hatte die Gastronomie geöffnet, die Absperrungen am Eingang waren einer aufmunternden Deko gewichen… Und etwas war wie eh und je, vielleicht sogar besser: die Stimmung.

 

Markenauswahl bei drei Vierteln

Natürlich unterschieden sich die Zahlen von denen früherer Veranstaltungen: Nicht 400 Marken wie üblicherweise, sondern etwa 300 waren zu sehen. Das lag unter anderem an den fehlenden Messehallen. „Wobei wir für alle, die kommen wollten und sich rechtzeitig gemeldet hatten“, so Projektleiterin Tessy Ludwig, „einen Platz gefunden haben.“ Und so zeigte sich nicht nur die Gala-Halle gut gefüllt, es waren auch an ungewöhnlichen Stellen wie der Galerie Kollektionen zu sehen. Während die Mieter des Schuh Order Centers selbstverständlich vor Ort waren, blieben einige frühere Aussteller weg; andere kehrten nach kurzer Abstinenz zurück, so beispielsweise Skechers, Naturino, Falcotto und Vado. Auch Neueinsteiger wurden begrüßt, darunter AGDA, Sigotto, Callaghan, Filippo, Koel Merino, Koel Barefoot und Koel4Kids.

 

Natürlich dabei: Taschen

Der Vollständigkeit halber sei der ganze Titel der Veranstaltung genannt: Quartershoetime & bags Orderdays. Denn zu denen, die richtig zufrieden waren, gehörten auch die befragten Anbieter von Taschen und Lederwaren. Seinen Showroom vor den Ordertagen gerade noch fertig eingeräumt hatte Stan Matthes, der mit United Brands 24 zu den Neu-Mietern gehört. Er zeigte sich zufrieden mit dem Start im MMC, nicht zuletzt wegen der freundlichen Aufnahme durch die anderen Lederwaren-Vertreter in der „Ladenstraße“. Geordert wurde bei United Brands 24 vor allem in der konsumigen Preislage querbeet, so Matthes, vom kleinen Kreditkarten-Etui mit Ausleseschutz bis zum Reisegepäck. Zu den farblichen Favoriten gehört der Cognac-Ton in gewachstem Leder.
Zwischen den Schuh-Anbietern im SOC hat Stefan Käseberg (Tamaris Bags) seinen Showroom. Auch er schaut zufrieden auf die Ordertage zurück: „Die Stimmung war vor allem bei den inhabergeführten Geschäften wirklich gut. Beim Ordervolumen sind die meisten über das Vorjahr gekommen. Und sie gehen auch modisch nicht nur auf Nummer sicher, sondern greifen mutiger als noch vor zwei Jahren vor allem nach den neuen Farben.“ Spürbar ist, so stellten Käseberg wie auch die Mehrzahl der anderen Anbieter fest, dass jene Geschäfte, die auch den Online-Kanal bespielen, besser über die Corona-Zeit gekommen sind.

   

Nur wenige Händler weggeblieben

Ähnliche Antworten gaben auch die Vertreter der Schuhmarken auf die Frage nach dem Stand der Dinge. Einig war man sich weitestgehend, dass während Corona ein paar Geschäfte auf der Strecke geblieben sind. „Aber aus meinem Kundenkreis“, so Daniela Schulz (Caprice), „waren das vor allem ältere Inhaber ohne Nachfolger, die sich die Mühen des Neustartes nicht kurz vor dem

Ruhestand aufbürden wollten. Rund 95% haben die Möglichkeiten der Unterstützung und des Kurzarbeitergeldes genutzt und sind über die Runden gekommen. Vor allem im ländlichen Raum haben sich Kunden mehr als zuvor dem Geschäft in ihrer Nachbarschaft zugewandt.“ Geordert wurden bei Caprice vor allem Glattleder in Pastelltönen, viel Hirschleder und Modelle mit herausnehmbarem Fußbett. Daniela Schulz schätzt, dass sich der Durchschnitt der

Händler ein rundes Viertel seines Budgets für die Nachorder aufgehoben hat. „Wir haben festgestellt, dass diesmal offensiver, progressiver und umfangreicher geordert wurde“, so Markus Kleinert (Ecco). „Wir sind zwar keine Mieter im SOC mehr, aber die Ordertage müssen schon sein. Insbesondere nach den Innovationen haben die Händler gegriffen. Es wird jedenfalls eine gute Saison mit stabilen Zuwächsen.“

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Christopher Mastalerz / 07.10.2021 - 13:04 Uhr

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