Quartalsbilanz

Retail-Immobilien: Lockdown bremst Nachfrage

Unter dem Eindruck des Lockdowns ist auch der deutsche Investmentmarkt für Einzelhandelsimmobilien verhalten ins Jahr gestartet. Der Vergleich zum Vorjahr fällt drastisch aus. 

Der Investmentmarkt für Einzelhandelsimmobilien hat in den ersten drei Monaten des Jahres ein Transaktionsvolumen von insgesamt 1,5 Mrd. Euro erzielt. Der Vergleich zum Vorjahresquartal fällt mit -61% aber vor allem deshalb drastisch aus, weil das erste Quartal 2020 mit rund 3,9 Mrd. Euro ein herausragend starkes Quartal und der beste Auftakt der vergangenen zehn Jahre war. Mittelfristig gesehen rangiert der Wert rund ein Drittel unter dem Schnitt der vergangenen fünf Jahre. Sarah Hoffmann, Senior Team Leader Retail Investment und interimistisch Co-Head bei JLL: „Der Rückgang kommt nicht überraschend: Zwar ist die Nachfrage, insbesondere im Fachmarktsegment, ungebrochen hoch, doch finden sich nur wenige Produkte auf der Angebotsseite.“ Für das Gesamtjahr erwartet Sarah Hoffmann bestenfalls 10 Mrd. Euro, was knapp unter dem Transaktionsvolumen des Vorjahres sowie dem Zehnjahresschnitt läge: „Das Gesamtjahresergebnis ist maßgeblich von den Zeitpunkten des jeweiligen Vermarktungsstarts abhängig. Aufgrund der anhalten Lockdown-Situation kommt es zu Verzögerungen einiger Produktplatzierungen. Dies kann zu Überhängen in das Jahr 2022 führen. Viel hängt auch davon ab, ob größere Portfoliotransaktionen im laufenden Jahr realisiert werden.“ 

Besonders stark gehandelt wurden erneut Fachmarktprodukte. Fachmarktzentren (47 %), Fachmärkte (18 %) und Supermärkte (13 %) erzielten zusammengenommen fast vier Fünftel des Gesamttransaktionsvolumens. Geschäftshäuser und Warenhäuser (je 10 %) sowie Shopping Center (2 %) folgen mit einigem Abstand. „Entscheidender Kaufanreiz für viele Investoren ist ein Lebensmittelanker im Objekt, da sich gerade diese Kategorie auch in der Pandemie als krisenresistent erwiesen hat“, erklärt Sabine Keulertz, Senior Team Leader Central Retail Investment und interimistisch Co-Head, die Dominanz der Fachmarktprodukte. Investoren richten den Blick zunehmend auch auf die Grundstücke Im Zuge der großen Nachfrage nach Nahversorgungsobjekten beobachtet Keulertz, dass Standorte in Ostdeutschland deutlich an Interesse gewonnen haben.

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Helge Neumann / 23.04.2021 - 08:15 Uhr

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