Differenziertes Vorgehen bei möglichen Öffnungen

RKI-Chef warnt: „Kampf wird schwieriger“

Lockdown in Deutschland (Foto: Redaktion)
Lockdown in Deutschland (Foto: Redaktion)

In einer Pressekonferenz erläuterten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler am 19. Februar die aktuellen Corona-Zahlen. Die Infektionszahlen seien immer noch zu hoch.

„Das Virus gibt nicht einfach auf“, erklärte Gesundheitsminister Jens Spahn, auch mit Blick auf die in Großbritannien erstmals entdeckte Virus-Mutante B.1.1.7. Jeder 5. neu mit Corona Infizierte in Deutschland weise diese Mutation auf, die erheblich ansteckender sei als das ursprüngliche Corona-Virus. Bei den sinkenden Fallzahlen sei aktuell eine „Seitwärtsbewegung“ zu erkennen. Man müsse daher umsichtig vorgehen.
Bis Ende nächster Woche sollen in Deutschland 10 Mio. Impfdosen ausgeliefert worden sein – aktuell sind es 5 Mio. Dosen. Zurzeit würden 140.000 bis 150.000 Impfdosen pro Tag verabreicht. Diese Zahl werde angesichts der neuen Lieferungen von Impfstoff zeitnah zu verdoppeln sein, so Spahn.

RKI-Chef Lothar Wieler erklärte, die Fallzahlen schienen aktuell zu stagnieren. „Es sieht im Moment so aus, als steuerten wir auf ein Plateau zu, aber dieses Plateau ist immer noch zu hoch.“ Die Mutante B.1.1.7. breite sich weiter aus, ihr Anteil steige rasant und „wir müssen uns darauf einstellen, dass der Kampf schwieriger wird, weil sich in kurzer Zeit viele Menschen anstecken.“ Daher müssten die aktuell geltenden Maßnahmen weiter konsequent umgesetzt werden.

Im Hinblick auf Lockerungen je nach erreichtem Inzidenzwert erklärte Jens Spahn, man habe bei allen bisherigen Überlegungen „die 35-er-Inzidenz immer mitgedacht“. Bei steigenden Fallzahlen sei klar, „wenn Sie einmal über die 35 durchschießen, ist es schwer, die Entwicklung aufzuhalten.“ Bei fallenden Zahlen müsse dies aber auch umgekehrt beachtet werden.
Die jüngsten Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz seien bewusst nicht bundes- oder landesweit formuliert worden, sondern der Blick auch auf regionale Möglichkeiten. „Wenn in einer Region ein viel höheres Infektionsgeschehen ist als in einer anderen, müsste es ein differenziertes Vorgehen geben“, so Spahn. Es gebe Landkreise mit Inzidenzwerten unter 10 und andere über 200. Man werde noch eine Zeit lang „im gemeinsame Geleitzug“ sein, die Maßnahmen dann aber ausdifferenzieren – allerdings müsse dies regional klug abgestimmt werden.

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Petra Steinke / 19.02.2021 - 10:13 Uhr

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