Generalversammlung in Berlin

SABU: „Schwierige 20 Monate“

SABU-Vorstandssprecher Ulrich Rau in Berlin (Foto: Redaktion)
SABU-Vorstandssprecher Ulrich Rau in Berlin (Foto: Redaktion)

Mit einigen Monaten Verspätung fand am 23. Oktober die ursprünglich für den Juni geplante Generalversammlung der SABU Schuh Verbund eG in Berlin statt. Im Fokus standen die Entwicklungen im Corona-Jahr 2020 – und ein besorgter Blick in die Zukunft. 

Zahlreiche Händlerinnen und Händler waren der Einladung der Verbundgruppe in die Hauptstadt gefolgt. Ein ausgefeiltes Hygiene- und 3G-Konzept ermöglichte das Event, flankiert von einem vielseitigen Rahmenprogramm.
Vorstandssprecher Ulrich Rau blickte in seinem Bericht auf „schwierige und herausfordernde 20 Monate“ zurück. „Nahezu alle Lebensbereiche waren erheblich beeinträchtigt. Leider gehört auch der Bereich Mode und Schuhe eindeutig zu den stärker negativ betroffenen Branchen.“ Gerade in der Krise habe sich aber gezeigt, welche Vorteile eine Genossenschaft ihren Mitgliedern bieten kann. „Auch das insgesamt gute Zusammenspiel von Industrie, Handel und Verbundgruppe hat maßgeblich dazu beigetragen, die wirtschaftlichen Folgen der diversen Corona-Maßnahmen abzufedern“, so Rau.

Dass Lieferanten in einer solchen Krise die eigene Vertriebsstruktur grundsätzlich überprüften, sei nachvollziehbar, erläuterte der Vorstandssprecher und schob deutliche Kritik hinterher: „Die Aufkündigung der Zusammenarbeit mit dem organisierten Facheinzelhandel und der Verzicht auf eine Zentralregulierung über Verbände ist jedoch unverständlich und letztlich nachteilig für alle Partner, haben sich doch die genossenschaftlichen Verbundgruppen – insbesondere mit der bankgestützten Zahlungsabwicklung – über viele Branchen hinweg als nutzbringend und existenzsichernd erwiesen.“

Weniger ZR-Umsatz im Corona-Jahr

Für die drei Beteiligungsgesellschaften der Genossenschaft war das Corona-Jahr 2020 in mehrfacher Hinsicht fordernd. So reduzierte sich der Gesamtumsatz im ZR-Geschäft der RSB-Bank (Anteilsstruktur: 75% SABU Schuh Verbund eG und 25% Intersport) um rund 120 Mio. Euro auf 824,9 Mio. Euro. Dies entspricht einem Rückgang um 12,7%. Hintergrund waren temporäre Ladenschließungen und behördliche Einschränkungen und Auflagen in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.

Mit dem ZR-Rückgang sanken auch die Provisionserträge. Diese konnten aber durch einen gestiegenen Skontenmehrertrag kompensiert werden. Im Ergebnis liegen die Erträge aus dem ZR-Geschäft etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Allerdings ging das Zinsergebnis um fast 500.000 Euro zurück. Der Jahresüberschuss vermindert sich deutlich auf 600.000 Euro (Vorjahr: 1,2 Mio. Euro). Obwohl zahlreiche Händler während der akuten Phase der Pandemie ihre Zahlungen zunächst aussetzen mussten, habe die RSB-Bank alle Lieferanten vertragsgemäß und pünktlich in der ersten Kondition bezahlt, schilderte Ulrich Rau.

SABU GmbH: weniger Umsatz, erstmals Verlust

Die SABU Schuh & Marketing GmbH mit Sitz in Heilbronn (Anteiligkeiten 50% SABU Schuh-Verbund eG und 50% Intersport) muss einen Rückgang des Gesamtumsatzes durch Warenvermittlung und Großhandel in Höhe von 31 Mio. Euro auf knapp 269 Mio. Euro hinnehmen (-10,3%). „Der Grund für den Umsatzrückgang ist eindeutig der Corona-Krise und den wirtschaftlichen Folgen zuzuschreiben“, betonte der Vorstandssprecher. Auch für das laufende Jahr rechne man mit einem weiteren, deutlichen Umsatzrückgang in der Zentralregulierung. Die Gewinn- und Verlustrechnung der SABU GmbH weist deutlich rückläufige Erträge aus. Zugleich sei es, so Rau, gelungen, die Gesamtkosten um 320.000 Euro durch Einsparungen bei Messen, Ordertagen und Katalogen gegenüber dem Vorjahr zu senken. Trotzdem war es nicht möglich, die fehlenden Erträge auszugleichen. Damit schließt die SABU GmbH das Jahr 2020 mit einem Verlust in Höhe von 176.000 Euro ab. „Trotz der weiterhin sehr schwierigen Marktbedingungen bin ich jedoch aufgrund der eingeleiteten bzw. bereits erreichten Maßnahmen zuversichtlich, dass die SABU GmbH spätestens ab dem Geschäftsjahr 2023 wieder ein deutlich positives Ergebnis ausweisen wird“, blickte Ulrich Rau voraus.

Mit verschiedenen Leistungen habe die SABU GmbH nach den Worten des Vorstandssprechers den Handel im Corona-Jahr unterstützt. Dazu gehören die regionale Suchplattform sabu.de und das elektronische Rechnungsportal. Der im Mai 2020 gestartete Corona-Hilfe-Monitor wurde fortgesetzt; zudem engagierte sich die Verbundgruppe bei verschiedenen Handels-Initiativen wie „Das Leben gehört ins Zentrum“, „Rettet meinen Arbeitsplatz“ und „Kauf lokal“. Mit dem European Clearing Center, an dem die SABU GmbH seit Oktober 2020 mit 20 statt bisher 15% beteiligt ist, wird an Digitalisierungsthemen zur Unterstützung des stationären Handels gearbeitet.

Unterdessen erwartet man die Ergebnisse verschiedener Sammelklagen auf Schadensersatz für die finanziellen Einbußen durch die Lockdowns. 

Mitgliederzahl steigt

Per 31. Dezember 2020 hat sich die Anzahl der Mitglieder im Vergleich zum Vorjahr um 19 auf 791 erhöht. 67 Zugängen standen 48 Abgänge gegenüber. Die Zahl der Geschäftsanteile erhöhte sich erneut und liegt nun bei 15.891 Anteilen.

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Petra Steinke / 24.10.2021 - 08:54 Uhr

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