„Die Lage bleibt sehr angespannt“

Schuhhandel in der Schweiz: Sorge vor Omikron

schuhschweiz-Vorsitzender Lukas Kindlimann, ZUSA-Geschäftsführer Hansjörg Egli (Fotos: schuhschweiz, ZUSA)
schuhschweiz-Vorsitzender Lukas Kindlimann, ZUSA-Geschäftsführer Hansjörg Egli (Fotos: schuhschweiz, ZUSA)

Seit dem 20. Dezember gilt in der Schweiz 2G. Noch ist der Schuhhandel von dieser neuen Regelung ausgenommen. Trotzdem ist die Sorge vor verschärften Maßnahmen bis hin zum Lockdown groß.

„Eine Schließung des Detailhandels oder eine Einführung von 2G hat in den letzten Wochen und Monaten nie zur Diskussion gestanden, auch spricht der Bundesrat aktuell noch nicht von einem generellen Lockdown. Aber klar sind auch wir Schweizer besorgt wegen der Omikron-Variante und die Lage wird täglich neu beurteilt“, schildert Hansjörg Egli von der Verbundgruppe Zusa die Situation auf schuhkurier-Anfrage. In den vergangenen Tagen habe sich die Kurve der Neuansteckungen eher wieder abgeflacht und steige derzeit nicht exponentiell an. „Aber bleibt das so? Wenn ich aktuell nach Österreich schaue, dann habe ich meine Bedenken“, so Egli. „Die maßgebende Zahl für weitere Einschränkungen sind die Belegungen der IPS Plätze und da zeichnet sich leider keine Erholung ab. Von daher: Wer weiß, was da noch auf den Detailhandel zukommt?“

„Trotzdem hoffnungsvoll“

Seine Sorge vor den weiteren Entwicklungen drückt auch Lukas Kindlimann, Präsident des Schweizerischen Schuhhandelsverbands schuhschweiz, gegenüber schuhkurier aus: „Es deutet bisher nichts auf eine Einführung auf 2G oder einen erneuten Lockdown für den Einzelhandel hin. Aber was ist in der Coronazeit schon sicher?“ Die große Unbekannte sei die neue Omikron-Mutante. Augenblicklich ist eine Einschätzung einfach nicht möglich. Ich denke, in zwei bis drei Wochen wissen wir hierzu mehr. Die Lage bleibt deshalb sehr angespannt.“

Die allgemeine Unsicherheit hinterlasse bereits ihre Spuren, so Kindlimann. „Obwohl die Umsätze im Schweizer Schuhdetailhandel zurzeit nicht schlecht sind, fehlen uns die Touristen, die Laufkundschaft sowie die Spontaneinkäufe.“ Auch in den Sommermonaten habe der Handel unter dem Fernbleiben der Touristen gelitten. „Die kalten Temperaturen im Herbst und der frühe Schnee bis in die Niederungen haben geholfen, den Jahresumsatz aufzubessern und gute Umsätze zu erzielen. Seither haben wir regelrechtes Schuhhändler-Wetter und generieren relativ stabile Umsätze. Noch immer spüren wir auch teilweise den Nachholbedarf unserer Kundschaft. Im Online-Verkauf sieht die Situation etwas anders aus, dabei profitieren meist die größeren Ladenketten“, so Kindlimann gegenüber schuhkurier.
Eine weitere Herausforderung steht seiner Ansicht nach bevor: „Der Schuhdetailhandel macht sich bereits Sorgen, ob die bestellten Schuhlieferungen beizeiten eintreffen werden. Die meisten Produzenten befinden sich im Ausland und wir wissen alle, dass auch diese mit Corona sowie Materialengpässen zu kämpfen haben.“ Trotzdem, so der Schuhhändler, blicke man hoffnungsvoll auf das neue Jahr.

 
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Petra Steinke / 22.12.2021 - 15:35 Uhr

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