HDE-Umfrage

Schuhhandel ist besonders bedroht

Zwei Drittel der Schuh- und Lederwarenhändler sehen ihre unternehmerische Existenz akut bedroht. Jeder fünfte will gegen den Lockdown klagen. Das sind Ergebnisse einer HDE-Umfrage.

Der Handelsverband Deutschland hat in der 7. Kalenderwoche eine Umfrage im deutschen Einzelhandel durchgeführt. Darin geben 16% der Schuh- und Lederwarenhändler an, dass sie ihr Geschäft ohne weitere Hilfen voraussichtlich im ersten Halbjahr 2021 schließen müssen. Weitere 51% geben an, dass sie ohne weitere Finanzhilfen im zweiten Halbjahr aufgeben müssen. Im gesamten Einzelhandel befürchten „nur“ 52%, dass sie ihr Geschäft im ersten oder zweiten Halbjahr schließen müssen. 
Nach Angaben des HDE haben insgesamt 64% der Einzelhandelsunternehmen in Deutschland seit Beginn der Corona-Krise staatliche Unterstützungshilfen erhalten. Im Durchschnitt betrug diese im vergangenen Jahr 11.000 Euro. Im Schuh- und Lederwarenhandel haben 74% staatliche Unterstützungshilfen erhalten. 

Aktuell haben 39% weitere staatliche Hilfen beantragt. Allerdings planen 92% der Schuh- und Lederwarenhändler, einen Antrag auf Überbrückungshilfe III zu stellen. Abschlagsszahlungen zu noch ausstehenden Wirtschaftshilfen haben nur 18% erhalten. Zugleich reichen die aktuellen Hilfsmaßnahmen für 86% der befragten Händler nicht, um die unternehmerische Existenz zu sichern. 21% wollen gegen die Schließung Ihres Geschäftes klagen, 51% sind in dieser Frage noch unentschlossen. 

„Viele Händler befinden sich einer dramatischen Situation. Ohne passgenaue staatliche Unterstützung und ohne Öffnungsperspektive werden in vielen Innenstädten in den kommenden Wochen die Lichter ausgehen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth zu den Ergebnissen der Umfrage. 

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Helge Neumann / 26.02.2021 - 09:11 Uhr

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