Modische Hersteller besonders betroffen

Schuhindustrie verzeichnet Umsatzrückgang

HDSL-Vorsitzender Carl-August Seibel, Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert (Fotos: HDS/L)
HDSL-Vorsitzender Carl-August Seibel, Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert (Fotos: HDS/L)

Wie erwartet aufgrund der Corona-Pandemie: Die deutsche Schuhindustrie hat laut HDS/L im Jahr 2020 ein Umsatzminus verzeichnet.

Der Umsatz der deutschen Schuhhersteller mit 50 oder mehr Beschäftigten ist in 2020 im Vergleich zu 2019 von 3,1 auf 2,8 Mrd. Euro gesunken. Das teilte der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie HDS/L mit. Dies entspricht einem Rückgang um 8,4%. Rund 80 Prozent des Umsatzes wurde im Inland erlöst. Mit 2,4 Mrd. Euro lag der Inlandsumsatz in 2020 8,6% niedriger als im Vorjahr. Wie der Inlandsmarkt sind
auch die Auslandsmärkte von der Corona-Pandemie stark beinträchtigt, weshalb auch hier die Absatzzahlen für die Schuhhersteller zurückgegangen sind.

Die Hersteller modischer Schuhe sind laut HDS/L von den Auswirkungen der Pandemie wie bspw. der Schließung von stationären Verkaufsstellen besonders betroffen. Bei Herstellern dieses Segments sind die Umsätze in 2020 um mehr als 25% im Vergleich zu 2019 zurückgegangen.

Durch Kurzarbeitergeld konnten die Betriebe das Beschäftigungsniveau annähernd halten, so der HDS/L weiter. In 2020 waren insgesamt 15.540 Mitarbeiter in den Betrieben der deutschen Schuhhersteller beschäftigt. Im Vergleich zu 2019 ist die Beschäftigung um 3,1% zurückgegangen.

In 2020 wurden 293,9 Mio. Paar Schuhe mit einem Gesamtwert von 6,8 Milliarden Euro aus Deutschland ausgeführt. Im Vergleich zu 2019 entspricht dies einem Rückgang um ein Siebtel in der exportierten Paarzahl. Der Wert der ausgeführten Schuhe ist um 10,8% von 7,6 auf 6,8 Mrd. Euro zurückgegangen.

In 2020 sind 14,0% weniger Schuhe eingeführt worden als in 2019. Die importierte Paarzahl ist von 739,6 auf 636,0 Millionen Paar gefallen. Der Wert der importierten Schuhe ist gleichzeitig um 7,3% von 10,8 auf 10,0 Milliarden Euro gesunken. Die Engpässe bei den Transportmöglichkeiten führen zu höheren Transportkosten. Der Durchschnittspreis der in Deutschland eingeführten Schuhe erhöhte sich demzufolge in 2020 um 7,8% auf 15,77 Euro. In 2019 betrug der Durchschnittspreis eines importierten Paars Schuhe 14,63 Euro.
China hat an Bedeutung als Importland für Schuhe für Deutschland verloren. In 2020 ist der Anteil an importierten Schuhen aus China an allen nach Deutschland eingeführten Schuhen von 46,3 auf 42,7% gesunken. 

 

Schuhindustrie: Ausblick auf 2021

 

Die Schuhhersteller ergreifen verschiedene Maßnahmen, um sich für die Zukunft aufzustellen. Fast 90% rationalisieren und digitalisieren ihre Prozesse. Zwei Drittel der Hersteller verschieben Investitionen infolge der Pandemie. Rund die Hälfte der deutschen Schuhhersteller rechnet mit sinkenden Umsätzen und einer schlechteren Ertragslage in 2021 im Vergleich zu 2020.

Rund ein Drittel der Schuhhersteller rechnet mit Umsatzrückgängen von 31 bis 40% für die Herbst-/ Wintersaison 2021/2022 im Vergleich zur Herbst-/Wintersaison 2019/2020. 40% der an der HDS/L Konjunkturumfrage teilnehmenden Schuhhersteller geht für 2021 von einem weiter zurückgehenden Exportgeschäft aus.
 

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Tobias Kurtz / 29.03.2021 - 07:59 Uhr

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