„Sanierung abgeschlossen“

Schuhkay 1882 beendet Insolvenzverfahren erfolgreich

Filiale von Schuhkay 1882. (Foto: Schuhkay)
Filiale von Schuhkay 1882. (Foto: Schuhkay)

Die Eigenverwaltung des Unternehmens hat nach eigenen Angaben den Insolvenzplan in einer Gläubigerversammlung am 8. Februar zur Abstimmung vorgelegt.

Der Plan sei ohne Gegenstimme angenommen worden, teilt das Unternehmen gegenüber schuhkurier mit. Die Planaufhebung werde für Ende Februar erwartet. Die Gesellschaft soll fortgeführt werden.
Wie das Unternehmen weiter bekannt gibt, hatte Schuhkay 1882 durch das im Juni 2020 begonnene Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung keine Möglichkeit, staatliche Hilfen in Anspruch zu nehmen. Weder KFW-Kredite noch ‎November-/Dezember- oder weitere Überbrückungshilfen seien zum Tragen gekommen. Die Sanierung von Schuhkay 1882 habe trotz der massiven Auswirkungen der pandemiebedingten Schließung aller Filialen erfolgreich abgeschlossen werden können.
Zum Portfolio von Schuhkay 1882 gehören derzeit 21 Filialen. 

Im April 2020 hatte der Berliner Unternehmer Steffen Liebich über seine Beteiligungsgesellschaft GOAL sämtliche Gesellschaftsanteile des Hamburger Schuhfilialisten KG Schuhkay GmbH & Co, bekannt als Schuhkay 1882, übernommen.
Seinerzeit gehörten nach Unternehmensangaben 30 Standorte vorwiegend in Norddeutschland zum Portfolio. Thomas und Joachim Kay, die das Unternehmen zuletzt in fünfter Generation geleitet hatten, gaben im Zuge der Übernahme die Geschäftsführung an Steffen Liebich ab.

Im Juni hatte sich die Geschäftsführung der KG Schuhkay GmbH & Co zur Umsetzung eines Restrukturierungs- und Sanierungsprogramms im Rahmen eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung entschieden.
Die Umsatzentwicklung der Gesellschaft sei nach einem erfolgreichen Start in 2020 durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und damit verbundenen Einschränkungen des Geschäftsbetriebs – durch die verfügten Ladenschließungen in März und April und die Auswirkungen der gesetzlichen Beschränkungen des öffentlichen Lebens – massiv negativ beeinflusst worden, teilte das Unternehmen als Begründung für diesen Schritt mit. Die Verhandlungen der Gesellschaft mit Geschäftspartnern zur Vereinbarung notwendiger Kostenanpassungen an die disruptive Marktveränderung seien nicht ausreichend gewesen, um die langfristig erwartete Verringerung der Umsatzleistung in den Filialflächen zu kompensieren und die nachhaltige finanzielle Handlungsfähigkeit der Gesellschaft abzusichern.
Eingeleitete Sanierungs- und Finanzierungsbemühungen der Gesellschaft hätten sich, so das Unternehmen in einer Erklärung, zur Beseitigung der eingetretenen Zahlungsunfähigkeit als nicht geeignet erwiesen.
 

Zwei Schwesterunternehmen Kay

Im November 2019 hatte Steffen Liebich das Unternehmen Kay GmbH & Co. KG übernommen, das zuvor von Matthias Kay geführt worden war. Der Filialist beantragte in der Folge ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Dieses wurde am 26. November eröffnet.
Die beiden Schuhhandelsunternehmen Kay haben einen gemeinsamen Ursprung. In den dreißiger Jahren kam es im Zuge eines Generationswechsels zu einer Trennung in zwei Familienstämme und zwei Unternehmen, die Kay GmbH & Co. KG und die KG Schuhkay GmbH & Co..
Bis 2017 war die wirtschaftliche Trennung der beiden Unternehmen kaum sichtbar; beide Firmen hatten einen identischen Außenauftritt. Anfang 2018 hatte die KG Schuhkay GmbH & Co. jedoch einen Relaunch vollzogen und sich durch einen wertigeren Auftritt und ein hochwertiges Sortiment neu positioniert. Dazu gehörte auch ein neues Logo mit Pferdekopf und Zylinder sowie der Slogan „Schuhleidenschaft in fünfter Generation“. Man war seinerzeit angetreten, sich als hochwertiges Schuhhaus im Norden Deutschlands zu etablieren.

Zum Portfolio von Steffen Liebich gehören neben den Schuhhandelsunternehmen Leiser und Schuhhof auch der Filialist Anika sowie die Schuhhäuser Schlatholt und Kay.

 
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Petra Steinke / 13.02.2021 - 12:18 Uhr

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Kommentar von Petra Steinke

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