Studie von PwC zum Schuheinzelhandel

So entwickelt sich die Schuhbranche

Wann erholt sich der Schuhmarkt in Deutschland? Und wie entwickelt sich der stationäre Marktanteil langfristig? Diesen Fragen widmet sich eine neue Studie von PwC.

Der Schuhmarkt in Deutschland wird sich erst ab 2022 erholen, der stationäre Anteil wird langfristig unter dem Vor-Krisenniveau liegen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft zum deutschen Schuheinzelhandel. „Vor allem der stationäre Markt für Schuhe in Deutschland schrumpft schon seit längerem. Das zeigt sich auch an der sinkenden Anzahl der Schuheinzelhändler und Filialen in den Innenstädten. Gleichzeitig steigt der Online-Anteil – beschleunigt durch die Pandemie – kontinuierlich weiter an“, sagt Patrick Ziechmann, Partner bei PwC Deutschland und Experte für Handel und Konsumgüterindustrie.

2020 sind die Umsätze im Schuhhandel laut PwC um 17% auf 10 Mrd. Euro zurückgegangen. Zwischen 2016 und 2019 lag das jährliche Wachstum noch bei knapp 2%. Auch die Anzahl der Schuheinzelhändler und Geschäfte ist rückläufig. Dies allerdings nicht erst seit der Pandemie: 2019 gab es noch 3.800 Betriebe – rund ein Drittel weniger als 2010. Auch die Anzahl der Schuhgeschäfte sinkt seit Jahren. 2011 waren es noch 13.400 Filialen, 2020 nur noch 10.000. Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist die Verschiebung zum Online-Geschäft. So kletterte der Online-Anteil am Gesamtmarkt für Schuhe 2020 um zwölf Prozentpunkte auf 38%.

Mit einer Erholung des Schuhhandels auf Vorkrisenniveau rechnen die PwC-Experten erst ab 2022. Dann werde der Schuheinzelhandel voraussichtlich den langfristigen Entwicklungstrend von rund 2% Wachstum pro Jahr wieder aufnehmen. „Der stationäre Anteil wird auch langfristig unter dem Niveau von 2019 verharren und weiter schrumpfen. Auch nach der Pandemie werden die Konsumenten vermehrt die Online-Kanäle zum Kauf von Schuhen nutzen“, so Ziechmann. Gleichzeitig bleibe der Wettbewerbsdruck hoch. Das Wettbewerbsumfeld im deutschen Schuheinzelhandel sei sehr intensiv, vor allem im mittleren Preissegment. Das könnte die Zahl der Insolvenzen und Konsolidierungen im Markt weiter vorantreiben.

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Helge Neumann / 06.12.2021 - 10:15 Uhr

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