Bitkom-Studie zum Onlinehandel

So shoppen die Deutschen im Netz

Der Onlinehandel mit Schuhen ist im dritten Quartal 2021 um 15,1% gewachsen. (Foto: Deichmann)
Der Onlinehandel mit Schuhen ist im dritten Quartal 2021 um 15,1% gewachsen. (Foto: Deichmann)

Vier von zehn Deutschen kaufen seit Corona mehr im Netz als zuvor. Dieser Trend wird voraussichtlich anhalten, das geht aus einer aktuellen Bitkom-Umfrage hervor.

Es sagen neun von zehn (87%) derjenigen, die seit der Pandemie mehr online shoppen, dass sie dies wahrscheinlich auch weiterhin vermehrt tun. Das zeigt eine repräsentative Befragung von mehr als 1.100 Internetnutzerinnen und -nutzern, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt wurde. Demnach kaufte ein Fünftel (20%) seit Beginn der Pandemie erstmals Waren wie Kleidung, Schuhe oder Accessoires im Web.

Ein Drittel shoppt mindestens einmal pro Woche im Netz

Die Zahl der Online-Shopper ist in den vergangenen Jahren relativ stabil geblieben. 95% der Internetnutzerinnen und -nutzer gaben zum Zeitpunkt der Befragung an, in den vergangenen 12 Monaten online etwas gekauft oder gebucht zu haben (2020: 96%, 2019: 94%, 2018: 97%, 2017: 96%). Das entspricht 84% der deutschen Bevölkerung ab 16 Jahren und 58 Mio. Bundesbürgerinnen und -bürgern. Mehr als ein Drittel (37%) shoppt mindestens einmal pro Woche – 4% täglich. Am häufigsten kaufen die 30- bis 49-Jährigen (53%) im Netz.

Durchschnittlich werden 207 Euro pro Monat auf Shopping-Touren im Internet ausgegeben. Am tiefsten greifen die 30- bis 49-Jährigen mit 266 Euro pro Monat in die Tasche, am wenigsten geben mit 114 Euro pro Monat Menschen ab 60 Jahren aus. Bei Männern sitzt der Geldbeutel mit monatlichen Ausgaben von 230 Euro lockerer als bei Frauen mit 180 Euro. Für den bislang teuersten Online-Kauf wurden im Schnitt 1.745 Euro gezahlt. Auch hier liegen die Ausgaben bei den 30- bis 49-Jähringen mit 2.562 Euro vorne – und bei den Männern mit 1.999 Euro sind sie deutlich höher als bei den Frauen mit 1.473 Euro.

Plattformen dominieren im E-Commerce

Der Großteil des Onlinegeschäfts findet auf großen Plattformen statt. Mehr als drei Viertel (79%) der Online-Shopper kaufen ihre Waren in der Regel auf internationalen Online-Verkaufsplattformen wie Amazon oder Ebay. Knapp zwei Drittel (64%) nutzen Online-Shops überregionaler Händler wie Media Markt oder Lidl, ein Drittel (34%) kauft auf regionalen Plattformen wie eBay-Kleinanzeigen oder Yatego. In Online-Shops von regionalen Einzelhändlern kaufen 28 Prozent häufiger ein. Plattformen zum An- und Verkaufgebrauchter Waren wie Vinted oder Rebuy nutzt etwa ein Viertel (24%). Jede oder jeder Zehnte (10%) ist auf Marktplätzen sozialer Netzwerke wie Facebook Marketplace aktiv.

Bei der Auswahl des Online-Shops sind vor allem günstige Preise wichtig: Knapp zwei Drittel geben an, sich daran zu orientieren. 56% legen Wert auf eine versandkostenfreie Lieferung und 47% auf eine kostenlose Rücksendung. 53% kaufen dort ein, wo sie schon einmal positive Erfahrungen gemacht haben und 46% schätzen eine große Auswahl. Weniger relevant für die Wahl des Online- Shops sind Gütesiegel, Zertifikate oder Labels (20%), der Sitz des Unternehmens (15%) oder die Möglichkeit, Kundenbewertungen abgeben zu können (13%).

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Helge Neumann / 18.11.2021 - 13:15 Uhr

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