Verbraucherumfrage

So shoppen die Kunden für Weihnachten

Shopping für das Fest der Liebe: Die Kunden setzen auf den Fachhandel. (Foto: Unsplash)
Shopping für das Fest der Liebe: Die Kunden setzen auf den Fachhandel. (Foto: Unsplash)

Der Handelsverband Baden-Württemberg hat in Zusammenarbeit mit Prof. Andreas Kaapke Konsumenten zu ihrem Geschenke-Kaufverhalten befragt. An die Ergebnisse knüpft der Verband Forderungen an die Politik.

Bereits zum dritten Mal hat die Duale Hochschule Baden-Württemberg unter Leitung von Prof. Andreas Kaapke die Verbraucherbefragung durchgeführt. Insgesamt 1.043 Personen wurden im Zeitraum vom 25. September bis 24. Oktober diesen Jahres in Form von Face-to-Face-Interviews mit einem standardisierten Fragebogen befragt. Sie wurden unter anderem zu den Beschenkten, dem Kaufzeitpunkt und Budget sowie den Einkaufsorten und -kanälen befragt. Zudem spielte die Konsumstimmung in Hinblick auf die Corona-Krise eine gesonderte Rolle.

Viele Einkäufe ab November

Die Studie ergab, dass die Befragten ab November auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken sind. Der Black Friday spielt dabei jedoch eine untergeordnete Rolle: Nur rund 5% der Befragten gaben an, an diesem Tag ihre Geschenke zu besorgen. Zudem zeigt sich, dass besonders Männer auf den Dezember-Schlussverkauf setzen. Fast 10% der Befragten gaben an, auf den Schlussverkauf zu warten, 21,6% kaufen ihre Geschenke maximal eine Woche vor Heiligabend ein. 

Größeres Budget als im Vorjahr

Mit rund 378,15 Euro ist das durchschnittliche Budget der Weihnachtsshopper etwas höher als im Vorjahr (2020: 373,70 Euro). Jedoch gibt es insgesamt kaum Schwankungen bei den Budgets: 2019 lag der Mittelwert der eingeplanten Budgets bei 378,80 Euro. Zu der Planung der Budgets gaben nur zwei der Befragten an, dass eine Minderung des Budgets in direktem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stünde. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es noch 54 Befragte. Als die beiden größten Gründe für eine Senkung des Budgets wurden „weniger Beschenkte“ und „Finanzielle Lage/Geringe(re)s Budget“ angegeben. 

Kosmetik und Parfüm besonders gefragt

Bei der Wahl der Geschenke liegen Kosmetik, Parfüm und Körperpflege mit 52,9% auf den vorderen Plätzen, haben aber im Vergleich zu den Vorjahren leicht abgenommen. Einen Zuwachs erlebt das Segment Bekleidung & Accessoires im Vergleich zu den Vorjahren. Jedoch gehören modische Geschenke mit knapp 37% nicht zu den am stärksten gefragten Geschenken. Nur Schmuck & Uhren (27,9%), Sportartikel (14,8%) und Geräte der Unterhaltungselektronik (13,2%) schneiden noch schwächer ab. 

Fachhandel ganz vorne

Gute Nachrichten für den stationären Einzelhandel: Über 50% der Befragten gaben an, dass sie ihre Weihnachtseinkäufe im inhabergeführten Fachgeschäft tätigen wollen. Besonders stark ist die Nachfrage nach inhabergeführten Fachgeschäften im Bereich Mode. Jedoch auch das Online-Shopping ist beliebt. Hier liegt Amazon weit vorne. An zweiter Stelle gaben die Befragten an, ihre Geschenke bei Zalando zu kaufen. Fast 44% gaben an, ihre Geschenke online zu kaufen. Nicht gewünscht sind Gutscheine (18,5%) und gezielt verschenkte Aktivitäten (8,4%).

„Die Ergebnisse der Befragung zeigen deutlich, dass Verbraucherinnen und Verbraucher gerne vor Ort im stationären Einzelhandel einkaufen. Das Budget, das sie dafür zur Verfügung haben, unterscheidet sich auch in diesem Jahr nur unwesentlich vom Budget im Jahr 2019. Da der Handel kein Treiber der Pandemie ist und die Infektionsgefahr in unseren Ladengeschäften durch hervorragende Hygienekonzepte unterdurchschnittlich ist, muss es das Ziel der Politik sein, die Corona-Regeln so zu gestalten, dass ein Besuch im Einzelhandel für alle unsere Kundinnen und Kunden weiterhin möglich ist.“, sagte Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin Handelsverband Baden-Württemberg. „Unsere Kundinnen und Kunden wollen in den stationären Einzelhandel und der Handel benötigt dringend Kundschaft im wichtigen Weihnachtsgeschäft. Wollen wir unsere Vielfalt in der Handelsbranche und unsere lebendigen Innenstädte bewahren, so muss gewährleistet sein, dass der Einzelhandel keine Einschränkungen im Weihnachtsgeschäft hinnehmen muss. Die 2G-Regelung im Handel sorgt dafür, dass noch mehr Leute ihre Weihnachtsgeschenke im Internet kaufen und dem stationären Einzelhandel der dringend benötigte Umsatz fehlt, was katastrophale Auswirkungen auf den Handel und die Innenstädte haben wird. Der Einkauf in unseren Geschäften war und ist sicher. Deshalb fordern wir von der Landesregierung, die strengen Zugangsbeschränkungen für den Einzelhandel wie in den anderen Bundesländern auch aufzuheben und unserer Branche eine Zukunft zu geben. Denn mit Ausnahme von Sachsen gibt es in keinem anderen Bundesland eine 2G oder 3G-Pflicht im Einzelhandel.“

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Laura Klesper / 25.11.2021 - 11:10 Uhr

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