„Schutzmaßnahmen der Unternehmen wirken“

Studie: Infektionsrisiko im Einzelhandel nicht erhöht

Einzelhandel in Corona-Zeiten: mit Mut und Maske (Foto: Arturo Rey/Unsplash)
Einzelhandel in Corona-Zeiten: mit Mut und Maske (Foto: Arturo Rey/Unsplash)

Eine Untersuchung der Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik (BGHW) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zeigt: Bei der Arbeit im Einzelhandel kommt es nicht zu einer erhöhten Infektionsgefährdung.

In die Studie wurden drei Untersuchungen einbezogen: Einzelhandelsunternehmen wurden durch die BGHW befragt, Daten der Barmer Krankenkasse zu den an Corona erkrankten Berufsgruppen analysiert sowie epidemiologische Daten ausgewertet. Im Ergebnis zeigt sich laut BGHW, dass das Infektionsrisiko bei der Arbeit im Einzelhandel nicht erhöht ist.
Ausgewertet wurden unter anderem die Daten aus elf Einzelhandels-Unternehmen mit rund 331.000 Beschäftigten. Zwischen Mitte März und Ende Oktober 2020 erkrankten etwa 0,6% der Beschäftigten an dem Virus. Im gleichen Zeitraum erkrankten etwa 0,8% der Allgemeinbevölkerung. Somit liege der Anteil der erkrankten Beschäftigten sogar unter dem Mittel der entsprechenden Altersgruppe in der Allgemeinbevölkerung, argumentiert die BGHW. Dabei habe es keine wesentlichen Unterschiede in den betrachteten Handelsbereichen gegeben. So sei etwa im Lebensmitteleinzelhandel, der in allen Lockdown-Phasen geöffnet hatte, die Infektionshäufigkeit unauffällig geblieben.

„Eine wesentliche Rolle für das geringe Infektionsrisiko spielen sehr wahrscheinlich die von den Unternehmen ergriffenen Schutzmaßnahmen. Zum Beispiel die Abtrennungen an den Kassen und Bedientheken, Abstandsregeln, die Regelungen zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen, die verstärkte Lüftung und die verstärkte Reinigung“, so Dr. Stefan Mayer von der Präventionsabteilung der BGHW. Hinzu komme, dass alle befragten Unternehmen ein Corona-Management mit eigener Kontaktnachverfolgung genutzt haben. „Dies hat sehr wahrscheinlich dazu beigetragen, dass Infektionen in der Regel nur auf einzelne Beschäftigte beschränkt bleiben“, so Mayer. Dabei habe die Ursache für die gemeldeten Infektionen überwiegend sogar im außerbetrieblichen Bereich gelegen.

Epidemiologische Daten zeigen zudem, dass kurze Kontaktdauern, wie sie im Einzelhandel typisch sind, im allgemeinen geringere Infektionsrisiken bergen als längere Kontaktdauer.

Die Analyse von Krankenkassendaten habe darüber hinaus ergeben, dass Erkrankungsrisiken für den Einzelhandel insgesamt unauffällig blieben. Dies gelte auch für die Bereiche des Einzelhandels, in denen während der Lockdown-Phasen gearbeitet wurde.

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Petra Steinke / 08.02.2021 - 10:34 Uhr

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