Marktforschung

Studie: Stationär schlägt online

Die Fashionbranche leidet unter der Corona-Krise. (Foto: Unsplash/Arturo Rey)
Die Fashionbranche leidet unter der Corona-Krise. (Foto: Unsplash/Arturo Rey)

Das Einkaufen im stationären Handel bleibt trotz Pandemie beliebter als der Online-Einkauf. Das geht aus einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens Yougov hervor.

Ob Lebensmittel, Kleidung oder Haushaltswaren – die Corona-Pandemie hat das Einkaufsverhalten der Verbraucher im Einzelhandel stark beeinflusst. Nicht nur die ohnehin geschlossenen Geschäfte, sondern auch die Angst der Menschen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus begünstigten eine Verschiebung vom stationären hin zum Online-Handel. Dennoch bleibt der Offline-Einkauf beliebter unter den Verbrauchern: Die Mehrheit der im Januar und Februar 2021 weltweit für den aktuellen Yougov International Retail Report 2021 Befragten (78%) gab an, Waren des täglichen Bedarfs, wie Lebensmittel, medizinische, Drogerie- oder Haushaltsprodukte in den vorausgegangenen drei Monaten im stationären Handel gekauft zu haben, 57% kauften sie online. Nicht-tägliche Bedarfswaren, wie Kleidung, Kosmetik, Schuhe, Bücher, Möbel oder Schmuck wurden hingegen häufiger online gekauft (72% vs. 57% der Offline-Käufe). Insgesamt wurde für beide Warengruppen häufiger offline als online eingekauft.

Bezieht man den Umstand mit ein, dass pandemiebedingt viele Geschäfte für den stationären Einkauf geschlossen waren und immer noch sind, zeigt sich vor allem im Vereinigten Königreich, in Dänemark und in Deutschland bei jenen Einzelhandelskategorien, die Waren des nicht-täglichen Bedarfs mit abdecken, eine Verschiebung hin zum Online-Handel: In Deutschland kauften 46% diese Produkte stationär, 74% hingegen kauften sie online (28 Prozentpunkte Differenz). In Dänemark ist der Abstand noch größer: 39% kauften offline, 72% online (33 Prozentpunkte Differenz). Der weltweit größte Unterschied zwischen dem Online-Einkauf versus dem stationären ist hingegen im Vereinigten Königreich zu erkennen: 36% kauften Waren des nicht-täglichen Bedarfs offline, 79% kauften sie online (43 Prozentpunkte Differenz).

57% der Bevölkerung weltweit nennen die Nach-Hause-Lieferung ihrer Bestellungen als Grund für den Online-Kauf. 47% sagen, dass es einfacher sei, die Produkte online zu kaufen. 42% betonen die variable Auswahl an Produkten und 40% Rabattaktionen als Treiber für den Online-Einkauf. Die am häufigsten genannten Hindernisse der Verbraucher in den befragten 17 Märkten sind hingegen die Versandkosten (46%), das fehlende Haptik-Erlebnis (45%) sowie die Rückgabebedingungen (39%).
Haupttreiber für den stationären Einkauf ist die tatsächliche Begutachtung des Produktes (62%), die Möglichkeit zum Testen / Probieren der Waren im Geschäft (53%) sowie schnellere Abwicklungsdauer des Kaufs (45%).

Adam Guiney, Director of Customer Experience bei Yougov, sagt über das Whitepaper: „Beim Sichten der Daten für das Whitepaper war es eindrucksvoll zu erkennen, dass trotz des großen Online-Handel-Booms in Pandemie-Zeiten der Offline-Handel, beispielsweise im Textil- und Kleidungsbereich, nach wie vor beliebter ist und daher eine große Chance hat, sich nach dem Ende der coronabedingten Restriktionen zu erholen. Unsere Studie zielt darauf ab, Einzelhändlern und Unternehmen die Dynamiken im Einzelhandelssektor verständlich zu machen, der nie zuvor derart erschüttert wurde wie in Zeiten der Corona-Pandemie. Die Bedürfnisse der Verbraucher und das Wechselspiel zwischen Offline- und Online-Käufen zu verstehen, wird für Einzelhändler und Unternehmen der Schlüssel dazu sein, Potenziale zu erkennen, Hindernisse zu überwinden und Chancen zu nutzen.“

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Helge Neumann / 26.05.2021 - 12:06 Uhr

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