Appell an Bundeswirtschaftsminister

Textil + Mode: „Altmaier muss handeln“

Der Markenverband und der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie fordern Wirtschaftsminister Altmaier zum Handeln auf. Der Winterlockdown ohne jede Öffnungsperspektive sei für alle Stufen der Wertschöpfungskette existenzbedrohend.

Anlässlich des Wirtschaftsgipfels mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in Berlin fordern die Präsidenten des Markenverbandes und des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie ein Wiederaufbau-Programm mit kraftvollen Signalen für alle, die direkt und indirekt vom Lockdown betroffen sind. Andernfalls werde die deutsche Wirtschaft nach Ostern nicht mehr dieselbe sein.

 „Gesellschaft und Wirtschaft benötigen eine Perspektive, um aus dem Lähmungszustand nach über einem Jahr Pandemiemaßnahmen endlich heraus zu kommen. Gerade die in ihrer Existenz bedrohten tausende Hersteller und Dienstleistungsunternehmer müssen die Möglichkeit bekommen, sich aktiv und erfolgreich um die Fortführung Ihres Unternehmens zu kümmern. Die Politik ist jetzt gefordert, den Dauerzustand der Risikovermeidung zu verlassen und aktiv an Lösungswegen zu arbeiten. Realistische Öffnungsszenarien gehören genauso dazu, wie aktives Wecken eines positiven Konsumklimas“, erklärt Franz-Peter Falke, Präsident des Markenverbandes. „Bundestagswahl hin oder her, die Politik muss jetzt die richtigen Weichen stellen und verlässlich umsetzen. Alles andere vernichtet die Vielfalt, Zukunft und Existenz von Herstellern, Dienstleistern und Händlern in Deutschland“, so Falke weiter. 

Ingeborg Neumann, Präsidentin Gesamtverband Textil + Mode: „Nach einem Jahr Corona-Pandemie und einem Vierteljahr Winterlockdown sind die Rücklagen vieler unserer mittelständischen Modemarken und Bekleidungshersteller aufgebraucht. Wir fordern den Bundeswirtschaftsminister deshalb eindringlich auf, den Mode- und Markenunternehmen mit einem kraftvollen Wiederaufbauprogramm unter die Arme zu greifen. Dazu gehört auch, Hersteller und Händler bei den Überbrückungshilfen III gleich zu stellen. Wer nichts mehr in seinen Läden verkaufen kann, ordert auch keine neue Ware und das mit Folgen für die Hersteller bis weit ins nächste Jahr. Das betrifft nicht nur die Winterkollektionen, sondern schließt die Frühjahrsware inzwischen längst mit ein.“ Außerdem sei die Bundesregierung bei der steuerlichen Verlustrechnung zu kurz gesprungen. Der Verlustrücktrag sollte zeitlich deutlich ausgeweitet werden. Die Betriebe müssten mindestens die Möglichkeit erhalten, ihre Verluste aus 2021 auch mit den Gewinnen aus den Jahren 2018 und 2017 verrechnen zu dürfen. Diese Hilfe käme den Unternehmen schnell, zielgenau und unbürokratisch zugute, ohne die Staatshaushalte auf Dauer zu belasten.

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Helge Neumann / 16.02.2021 - 09:17 Uhr

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