Händlertagung am 30. April

The Platform Group plant neue Angebote

Dr. Dominik Benner (Foto: The Platform Group)
Dr. Dominik Benner (Foto: The Platform Group)

Rund 500 Kunden hatten sich laut dem Online-Unternehmen zur digitalen Händlertagung am 30. April angemeldet. Geschäftsführer Dr. Dominik Benner kündigte mehrere Neuerungen an.

Die Corona-Pandemie hat laut Benner den Handel vor große Herausforderungen gestellt. Viele Händler hätten im Lockdown kreativ und mit digitalen Tools reagiert, etwa durch das Angebot von Whatsapp Broadcast. Dies soll auch nach Corona beibehalten werden, so der Schuhe24-Chef: „Irgendwie müssen wir den Kunden vom Sofa wieder runterholen.“ Der gefürchtete Preiskampf in der aktuellen Saison finde derzeit nur stationär statt. Online komme diese Entwicklung bislang nicht an.
Laut Schuhe24-Statistik liegen die aktuellen Preisabschriften im Textilbereich bei 7,6% und bei Schuhen um die 10,5%. Taschen werden mit durchschnittlichen Abschriften in Höhe von 6,7% verkauft und Uhren/Schmuck weisen 7,3% Abschriften auf.
Die Durchschnittspreise von Schuhen liegen bei Schuhe24 um 78,75 Euro, Textilien bei 58,19 Euro. Taschen werden im Schnitt für 117,80 Euro verkauft und Uhren/Schmuck für 73,24 Euro.
Die Retourenquote liegt bei Schuhen um die 38,9%, bei Textilien um 22,3%. Im Taschenbereich beträgt die Retourenquote 14,6% und bei Uhren/Schmuck 8,0%.

Das Unternehmen The Platform Group hat seine Wurzeln in einem Schuhgeschäft, das 1882 gegründet wurde. 2013 ging Schuhe24 an den Start. Heute betreibe man fast nur noch E-Commerce, so Benner. Mittlerweile sei eine Plattform entstanden, die weit über Schuhe hinaus gehe. Zum Angebot gehören Sportartikel, Mode, Taschen, Schmuck, Fahrräder und Möbel. Neu hinzukommen sollen in diesem Jahr zudem eine Möbel-Plattform sowie ein Shop für Autoteile.

Zudem sollen laut Benner zwei Themen „aktiv gepusht“ werden: Zum Einen will das Unternehmen mit der Nachhaltigkeitsplattform „Green Local“ ein Angebot aus ausschließlich nachhaltigen Produkten „vom Schuh über die Mode bis zum ökologischen Ring und zum ökologischen Möbelstück“ launchen. Er habe kein „Greenwashing“ für bestehende Plattformen betreiben wollen, so Benner, sondern vielmehr eine komplett eigene Plattform entwickeln wollen, auf der nur nachhaltige Produkte gelistet werden.
Das zweite neue Angebot, „Second Love“, umfasst gebrauchte Kleidungsstücke. Diese bildeten mittlerweile einen Milliardenmarkt, so Benner. „Immer mehr Menschen interessieren sich für gebrauchte Kleidung. Wir glauben, dass es sein wichtiges Thema ist, gebrauchte Kleidung in die Plattform einzubinden.“ Der Kunde sende ein gekauftes Kleidungsstück wieder ein und erhalte dafür eine Vergütung als Gutschein oder Bargeld. „Der große Vorteil ist, dass wir viel, viel mehr Produkte bekommen, wir werden über 200.000 gebrauchte Artikel in zwei Monaten live haben“, so Benner. Dadurch entstehe mehr Traffic und die Seiten würden größer.
Als „schade“ bezeichnete Benner die Entwicklung, dass Hersteller zunehmend neue Vertriebswebe beschritten und den Vertrieb selbst übernähmen. Einige Hersteller hätten kein Interesse mehr, mit Händlern zusammenzuarbeiten. Händler würden umgangen. Hier komme den Verbundgruppen eine wichtige Rolle zu.

 
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Petra Steinke / 02.05.2021 - 11:35 Uhr

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