ERIX-Marktdatenbank

Umsätze im Schuhhandel sinken um ein Viertel

Die Corona-Krise hat den Schuhhandel besonders hart getroffen. (Foto: Unsplash)
Die Corona-Krise hat den Schuhhandel besonders hart getroffen. (Foto: Unsplash)

Düstere Bilanz. Im Jahr 2020 konnte der Schuhhandel nur in zwei Dekaden ein Umsatzplus verbuchen. Unter dem Strich stand laut der ERIX-Marktdatenbank ein deutliches Minus für das Gesamtjahr. 

Die Umsatzentwicklung im Corona-Jahr 2020 wurde massiv durch die beiden Lockdowns im Frühjahr sowie im Spätherbst und Winter geprägt. Die Folgen waren Umsatzrückgänge in bislang nie dagewesenen Ausmaßen. Dagegen sah zu Beginn des Jahres noch alles weitgehend normal aus. Der Start in das neue Jahr misslang zwar, nach drei verhaltenden Januar-Dekaden mit
Minuszahlen konnte in der 1. Februar-Dekade jedoch eine erste Umsatzsteigerung verbucht werden. Business as usual. Scheinbar. Denn zu diesem Zeitpunkt konnte keiner ahnen, dass es 24 Dekaden dauern sollte, bis Mitte Oktober wieder ein Plus erzielt werden konnte. 2020 begann für den Schuhhandel somit nicht besonders erfolgreich, Anlass zu einer tiefgreifenden Besorgnis boten die ersten Dekaden jedoch ebenfalls nicht. 

Corona-Krise trifft Schuhhandel hart

Das sollte sich in den folgenden Wochen allerdings schnell ändern. Ab Ende Februar nahmen die Berichte über die Ausbreitung des Coronavirus in Europa und insbesondere Italien zu. Mitte März hatte die Pandemie dann auch Deutschland erreicht und das öffentliche sowie wirtschaftliche Leben fest im Griff. Die Auswirkungen auf die Verbraucherstimmung waren enorm. Ende März meldete die GfK: „Konsumklima durch Coronavirus schwer infiziert.“ Die Kauflaune in Deutschland brach ein und sank auf den tiefsten Stand seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009. In der ersten und zweiten März-Dekade gingen die Umsätze entsprechend um 19,4% bzw. 40,0% zurück. Es folgte der erste harte Lockdown und ein weiterer dramatischer Einbruch von historischen Ausmaßen. Nach Rückgängen von 93,2%, 87,6% und 74,0% konnte erst in der dritten April-Dekade   mit -32,3% wieder ein zwar miserables, aber dennoch einigermaßen erträgliches Niveau erreicht werden. Zur „neuen Normalität“ im Corona-Jahr gehörten in den darauffolgenden Monaten stabil rückläufige Umsätze. Vor dem Hintergrund eines relativ ruhigen Infektionsgeschehens pendelte sich das Minus in einem Bereich von knapp 0% bis 30% ein. 

Umsätze stürzen ab

Mit Beginn des „Lockdowns light“ im November wendete sich das Blatt jedoch erneut. Mit der Schließung der Gastronomie und einer unkontrollierten Ausbreitung des Coronavirus brachen die Umsätze wieder ein. Nach einer kurzen Phase der Aufhellung  verschärfte sich die Situation weiter ab Mitte Dezember. Die Strategie des „Lockdown light“ war gescheitert, zum zweiten Mal mussten die stationären Geschäften des Schuhhandels ihre  Türen schließen. Mit dramatischen Folgen: Das Schreckensjahr 2020 endete mit einem doppelten Tiefschlag. In der zweiten Dezember-Dekade gingen die Umsätze um 52,6% zurück, in der dritten Dezember-Dekade lag das Minus sogar bei 95,0%. 

Unter dem Strich stand damit für den Schuhhandel in Deutschland laut der ERIX-Marktdatenbank ein aufgelaufener Umsatzverlust in Höhe von 26,4%.

Eine Übersicht über die Umsatzentwicklung pro Dekade im Jahr 2020 finden Sie in der aktuellen Ausgabe schuhkurier 01/2021. Zum ePaper bitte hier klicken. 

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Helge Neumann / 08.01.2021 - 09:20 Uhr

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