Streikaufruf an sieben Standorten

Verdi bestreikt Amazon-Prime-Days

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert anlässlich der Amazon-Prime-Days eine Bezahlung entsprechend des Tarifvertrages.

Anlässlich der kommenden Prime-Day-Tage am 21. und 22. Juni hat Verdi, die Gewerkschaft der Mitarbeiter im Dienstleistungssektor, an sieben Standorten des Unternehmens zum Streik aufgerufen. Die Streiks sollen bis einschließlich Mittwoch, den 23. Juni fortgesetzt werden. Man fordere eine faire Bezahlung anlässlich des hohen Arbeitspensums, gerade bei Aktionen wie dem Prime Day, wie Orhan Akman von Verdi erklärt: „Amazon macht an den Aktionstagen Milliardenumsätze. Den Kundenansturm müssen die Beschäftigten in den Versandzentren bewältigen und bekommen für die zusätzlich verschärfte Arbeitsbelastung keinen Cent mehr.“

In der kürzlich angekündigten Erhöhung der Einstiegsgehälter auf 12 Euro pro Stunde sehe man bei Verdi keine Verbesserung der allgemeinen Situation. Man fordere einen Tarifvertrag, damit die Mitarbeiter Rechtssicherheit hätten und nicht der Willkür des Unternehmens ausgeliefert seien. Stand jetzt könne das Gehalt einseitig seitens Amazon geändert werden, da sich der Konzern dem Tarifvertrag entziehe. Man fordere daher auch die Arbeitgeberverbände dazu auf, sich gemeinsam mit Verdi für eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung bei der Bundesregierung stark zu machen. Mit dieser Erklärung würde der Tarifvertrag automatisch für alle Unternehmen einer Branche gelten.

Parallel zum Streik gegen Amazon laufen aktuell zudem Tarifverhandlungen mit der Einzel- und Versandhandelsbranche. Verdi fordert in diesen Verhandlungen einen Mindestlohn von 12.50 Euro und eine Lohnsteigerung von 4,5%.

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Christopher Mastalerz / 21.06.2021 - 13:22 Uhr

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