Corona-Pandemie

Worauf sich Bund und Länder geeinigt haben

Ein umfangreicher Maßnahmenkatalog soll die vierte Corona-Welle brechen. (Foto: Mika Baumeister/Unsplash)
Ein umfangreicher Maßnahmenkatalog soll die vierte Corona-Welle brechen. (Foto: Mika Baumeister/Unsplash)

Bundesweite 2G-Regeln und die Hospitalisierungsrate als neuer Richtwert: Bund und Länder haben sich auf mehrere Maßnahmen geeinigt, um die Corona-Pandemie einzudämmen. 

Vorerst kein Lockdown. Das öffentliche Leben wird in den kommenden Wochen trotzdem heruntergefahren – vor allem für Ungeimpfte: Bund und Länder einigten sich am heutigen Donnerstag auf flächendeckende Einschränkungen. Wie weit diese gehen, hängt von der Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen ab (Hospitalisierungsrate).
Steigt diese Hospitalisierungsrate in einem Bundesland über 3, sollen nur noch geimpfte und genesene Personen Freizeit-, Kultur- und Sportveranstaltungen besuchen dürfen. Auch Gastronomie, Beherbungen und körpernahe Diensleistungen bleiben Geimpften und Genesenen vorbehalten – das bedeutet die Umsetzung von 2G.
Von den 2G-Regelungen kann wieder abgesehen werden, wenn der Schwellenwert an fünf Tagen in Folge unterschritten wird. Ausnahmen von der 2G-Regel sind für Kinder und Jugendliche unter 18 möglich.

Ab einer Hospitalisierungsrate von über 6 soll die 2G-Plus-Regel gelten. In Diskotheken, Bars und Clubs zum Beispiel sollen Geimpfte und Genesene dann zusätzlich einen aktuellen Corona-Test vorzeigen.
Bei einer Hospitalisierungsrate von über 9 greifen weitere Maßnahmen entsprechend dem Infektionsschutzgesetz und gemäß den landesrechtlichen Regelungen – diese wurden allerdings nicht konkretisiert. 
 

Überblick: die Hospitalisierungsraten in den Bundesländern 


Baden-Württemberg: 5,68

Bayern: 8,65

Berlin: 3,0

Brandenburg: 3,52

Bremen: 4,41

Hamburg: 1,62

Hessen: 4,8

Mecklenburg-Vorpommern: 5,96

Niedersachsen: 2,32

Nordrhein-Westfalen: 4,08

Rheinland-Pfalz: 3,34

Saarland: 2,64

Sachsen: 4,14

Sachsen-Anhalt: 11,97

Schleswig-Holstein: 2,75

Thüringen: 18,54

Quelle: RKI


Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte in einer Pressekonferenz am Abend: „Die Lage ist hochdramatisch.“ Man werde beobachten müssen, ob die nun beschlossenen Maßnahmen die Dynamik stoppen oder zumnindest reduzieren können. „Es ist absolute Zeit zum Handeln“, so Merkel. Vizekanzler Olaf Scholz ergänzte, die neuen Beschlüsse ermöglichten Maßnahmen „nicht Stück für Stück, sondern in einer großen Anstrengung.“ Man werde damit eine „ganz große Veränderung“ erreichen, weil ein sehr umfangreicher Handlungskatalog zur Verfügung stehe. 

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Tobias Kurtz / 18.11.2021 - 18:04 Uhr

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