Bilanz

Zehn Thesen zur Orderrunde

Der Laufsteg der Berlin Fashion Week für die Order Frühjahr/Sommer 2022. (Foto: Martin Veit)
Der Laufsteg der Berlin Fashion Week für die Order Frühjahr/Sommer 2022. (Foto: Martin Veit)

Mit Essenz und Shoetime ging die Orderrunde für F/S 2022 zu Ende. Was hat den Einkauf in den vergangenen Wochen geprägt? Welche Themen standen im Mittelpunkt? Eine Bilanz in zehn Thesen.

Die Branche lebt!

Die wichtigste Erkenntnis überhaupt! Der lange Lockdown im Frühjahr hat Handel und Industrie arg gebeutelt. Doch je länger die Orderrsaison dauerte, desto mehr kehrte die Zuversicht zurück. Die Umsätze und Frequenzen sind noch nicht wieder auf dem Niveau von 2019. Mutige Einkaufsentscheidungen (Mode!) des Handels tragen dazu bei, mit attraktiven Sortimenten die Menschen in die Städte zu locken.

Komfort ist ein Muss.

Trotz aller Vorhersagen, dass Eleganz und Glamour im Frühjahr/Sommer 2022 ein Comeback feiern, geht nichts mehr ohne Komfort. Bequemlichkeit ist mehr denn je unverzichtbar geworden. Das findet Ausdruck in den zahlreichen Fußbett-Pantoletten mit wattierten oder soften geknoteten Riemen, die zu den Order-Lieblingen gehörten.

Eleganz holt auf.

Nein, das ist kein Widerspruch zur letzten These. Sandalen, Loafer und Ballerinas konnten in der Orderrunde punkten. Sneaker bleiben die dominante Warengruppe, müssen jedoch an femininere Modelle abgeben.

Think big!

Noble Zurückhaltung? War gestern. In der neuen Saison kommt es auf selbstbewusste Statement-Pieces an. Dazu gehören vor allem Modelle, die mit glänzenden Ketten im XXL-Format geschmückt sind. Mehr ist mehr!

Ugly ist chic.

Hässlich oder nicht – Chunky-Sohlen gehören zu den Fashion-Favoriten. Das bleibt auch im nächsten Frühjahr so. Nach Sneakern und Chelsea-Boots kommen nun die Ugly Sandals mit Macht.

Aufgeben gilt nicht.

Herrenschuhe haben in den vergangenen Monaten selten für Begeisterungsstürme gesorgt. Im kommenden Jahr wird sich das Blatt wenden und der Bedarf zurückkehren. Vor allem die so genannten Hybride mit lässiger Casual-Attitude schlagen die Brücke zwischen Sportivität und maskuliner Robustheit.

Wandern ist Trend.

Outdoor war das Boom-Thema aus dem Corona-Jahr 2020 schlechthin. Und bleibt auch in der nächsten Saison ein extrem starker Trend. Nicht nur in den klassischen Wanderregionen werden die Schuhe mit ganz viel Funktion die Renner sein.

Nachhaltigkeit bietet Chancen.

Die Debatte um Nachhaltigkeit und verantwortungsvolles Handels wird nicht abebben. Im Gegenteil: Immer mehr Kundinnen und Kunden werden Fragen stellen, auch unbequeme. Für den Fachhandel bietet das die Gelegenheit, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und durch Kompetenz und Know-how zu punkten.

Keine Angst vor steigenden Preisen.

Logistik, Rohstoffe, Komponenten – vieles wird teurer. Das wirkt sich auf die Verkaufspreise für Schuhe aus, und das ist gut so. Steigende Durchnittspreise bieten einen Ausweg aus dem ruinösen Preiskampf, in dem andere Handelsformate gegenüber dem Fachhandel die Nase vorn haben. Eine gute Leistung ist etwas wert.

Die Unsicherheit bleibt.

Kommt ein weiterer Lockdown? Kehrt die Frequenz auf das Vor-Corona-Niveau zurück? Was passiert mit den Krediten und Überbrückungshilfen? Die Unsicherheit begleitete den Handel durch die Orderrunde. Und wird auch in den nächsten Wochen und Monaten nicht verschwinden. Die Auswirkungen der Pandemie werden uns auch 2022 noch intensiv beschäftigen.

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Christopher Mastalerz / 07.10.2021 - 12:47 Uhr

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