„Eigenkapital stabiles Rückgrat der Genossenschaft“

ANWR Group steigert Geschäftsvolumen

Frank Schuffelen, Vorstandssprecher der ANWR Group eG (Foto: ANWR Group)
Frank Schuffelen, Vorstandssprecher der ANWR Group eG (Foto: ANWR Group)

Während der Generalversammlung in Salzburg blickte der Vorstandsvorsitzende Frank Schuffelen auf ein herausforderndes Jahr zurück. Trotz Lockdown und den weiteren Folgen der Corona-Pandemie habe sich die Gruppe aber gut geschlagen.

„Das letzte Wirtschaftsjahr hätte nicht anspruchsvoller starten können“, so Schuffelen rückblickend. Die Läden zu – bis weit in das Frühjahr hinein, das habe zu großem Druck auf die Unternehmen geführt. Entsprechend pessimistisch seien die Erwartungen der ANWR Group zum Jahresbeginn gewesen. „Unsere Planung ging für das Gesamtjahr von einem Verlust aus. Glücklicherweise ist es anders gekommen“. Grund sei eine Aufholjagd in der zweiten Jahreshälfte gewesen.
So verzeichnete das Geschäftsvolumen zum Jahresende ein Plus von 10,9% auf 19,8 Mrd. Euro – ein bis dahin noch nie erreichter Wert. Das Einkaufsvolumen der Verbünde (Schuhe, Sport und Lederwaren) passte sich indes den rückläufigen Einzelhandelsumsätzen an und ging um 1,5% zurück. Dabei war der Schuhbereich mit -9,2% stärker betroffen. Die Bereiche Sport und Lederwaren konnten im Vergleich zum Vorjahr zulegen. „Verantwortlich für die gute Performance im Sport mit +5,1% waren unter anderem Neuzugänge größerer Händler.

Das Volumen der Finanzdienstleistungen der DZB Bank beläuft sich auf 17,2 Mrd. Euro – plus 13% im Vergleich zum Vorjahr. Für mehr als 80 Verbundgruppen aus rund 15 verschiedenen Branchen, darunter Holz, Baustoffe, Möbel, KFZ und Sanitär/Heizung, erbringt die DZB-Bank ihre Dienstleistungen. Aus Sicht von Schuffelen hat diese Branchenvielfalt erheblich zur Stabilität der Verbundgruppe beigetragen.
Bei der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns stehen Umsatzerlöse und sonstige Erträge von insgesamt 643 Mio. Euro Ausgaben von 639 Mio. Euro gegenüber. Daraus ergibt sich ein Ergebnis vor Steuern von 4 Mio. Euro.
Bei den Umsatzerlösen büßt die ANWR 12,5 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr ein. Die Rückgänge fielen im Großhandel mit -9 Mio. Euro und bei den Mieteinnahmen mit -8 Mio. Euro an. Die Umsatzrückgänge machten die Gewährung einer staatlichen Überbrückungshilfe für die ANWR Gruppe von 1,7 Mio. Euro möglich. Der Personalaufwand lag 3,4 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert – einige Gesellschaften der Gruppe erhielten Kurzarbeitergeld.
Das Gesamtvermögen der Unternehmensgruppe liegt bei 828 Mio. Euro. Dem gegenüber stehen Verbindlichkeiten von 602 Mio. Euro. Das wirtschaftliche Eigenkapital liegt demnach bei 226 Mio. Euro – „das ist das stabile Rückgrat der Genossenschaft“, so der Vorstandssprecher.

„Anspruchsvolles zweites Halbjahr 2022“

In den ersten fünf Monaten entwickelten sich die Bereiche Schuhe, Sport und Lederwaren laut Schuffelen gleich gut, wobei der Vergleich zum Vorjahr aufgrund des Lockdowns in 2021 schwierig sei. Das Abrechnungsvolumen zum 31. Mai lag mit 8,6 Mrd. Euro um knapp 16% über dem des Vorjahres. „Viel spannender als die ersten Monate wird die Entwicklung im zweiten Halbjahr werden“, so Schuffelen. „Es bleibt abzuwarten, wie sehr die Lieferfähigkeit der Industrie aufgrund der globalen Verzerrungen eingeschränkt ist. Nimmt man die prognostizierte Stornoquote von großen Sportherstellern als Maßstab, steht uns ein anspruchsvolles zweites Halbjahr bevor.“

Einen ausführlichen Bericht über die Generalversammlung der ANWR Group lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 25. 

Login für Abonnenten
Sie möchten alle Inhalte lesen?
  • Website-Login
  • E-Paper-Zugang
  • Alle Newsletter
Petra Steinke / 13.06.2022 - 15:10 Uhr

Weitere Nachrichten