„Stabile Entwicklung“

ANWR steigert Geschäftsvolumen

Frank Schuffelen, Vorstandssprecher der ANWR Group eG (Foto: ANWR Group)
Frank Schuffelen, Vorstandssprecher der ANWR Group eG (Foto: ANWR Group)

Die ANWR-Unternehmensgruppe hat das Geschäftsvolumen im Jahr 2021 um elf Prozent auf 19,8 Mrd. Euro ausgebaut und setzt damit das Wachstum der letzten Jahre fort.

Die bankgestützte Zentralregulierung von DZB Bank und Aktivbank ist die Basis für diese solide Entwicklung der Gruppe. Die ANWR eigenen Verbünde aus den Bereichen Schuhe, Sport und Lederwaren stabilisierten laut einer Unternehmensmitteilung das Geschäftsvolumen leicht unter dem des Vorjahres. 

Das Zentralregulierungsgeschäft war für die ANWR eigenen Verbundgruppen aus den Bereichen Schuhe, Sport und Lederwaren auch im Jahr 2021, dem zweiten Geschäftsjahr unter Pandemie-Bedingungen, von Einschränkungen gekennzeichnet. Der Handel reagierte vorausschauend mit einem reduzierten Ordervolumen. Das abgerechnete Einkaufsvolumen für die eigenen Verbundgruppen ANWR, Garant, Rexor, Sport 2000, Goldkrone und der internationalen Verbünde lag mit über 2,5 Mrd. Euro um 1,5 Prozent leicht unter dem Vorjahresniveau. Der Bereich Schuhe schloss das Jahr mit 1,1 Mrd. Euro (minus 9 Prozent) ab, Lederwaren mit 0,1 Mrd. Euro (plus 13 Prozent). Für den Sportfachhandel wurde ein Geschäftsvolumen von über 1,3 Mrd. Euro (plus 5 Prozent) verzeichnet. Begünstigt wurde dies nach eigenen Angaben vor allem durch Zugänge großer Fachhändler in Deutschland. 

Basis für Stabilität: Bankgestützte Zentralregulierung

Eine robuste Entwicklung zeigten laut Unternehmensmitteilung die beiden Banken in der ANWR-Unternehmensgruppe – DZB Bank GmbH und Aktivbank AG. Die Zentralregulierung für Handelskooperationen, die nicht zur ANWR-Unternehmensgruppe gehören, entwickelte sich auch im Jahr 2021 positiv. Kooperationen unter anderem in den Bereichen Baustoffe, Holz, Möbel, Kfz, Sanitär & Heizung, Spielzeug und Fahrrad verzeichneten ein zum Teil deutlich gestiegenes Geschäftsvolumen. Dies belief sich 2021 auf 15,7 Mrd. Euro, ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 13,5 Prozent. Auch DZB Payment, Lösungen für den bargeldlosen Zahlungsverkehr im stationären Handel und im E-Commerce, und das Factoring der Aktivbank entwickelten sich mit einem Volumen von 0,7 bzw. 0,8 Mrd. Euro jeweils positiv. 

Das Geschäftsvolumen der gesamten Gruppe lag mit 19,8 Mrd. Euro um 11 Prozent über dem Vorjahreswert. „Auch in dem erneut von der Pandemie geprägten Jahr 2021 hat sich die bankgestützte Zentralregulierung bestens behauptet“, bewertet Frank Schuffelen, Vorstandssprecher der ANWR Group die Entwicklung. „Der hohe Grad der Diversifikation über viele Branchen und Regionen bildet die Basis für Stabilität, Wirtschaftlichkeit und Widerstandsfähigkeit für die gesamte Unternehmensgruppe.“

Andauernde Belastung durch Zugangsbeschränkungen

Angesichts der  aus den weitreichenden Zugangsbeschränkungen zum stationären Einzelhandel resultierenden Umsatzverluste fordert die ANWR Group die Politik auf, die Unterstützungsmaßnahmen zu verlängern bzw. nachzuschärfen. „Wir begrüßen grundsätzlich die Verlängerung der Überbrückungshilfe“, so Schuffelen. „Es ist allerdings sehr bedauerlich, dass an entscheidenden Stellen der Förderbedingungen bisher keine Nachbesserungen erfolgt sind.“ Dazu zählt er beispielsweise eine taggenaue Berechnung der Umsatzgrenzen und eine bundeseinheitliche Berücksichtigung eines Unternehmerlohns für Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Selbständige. Auch das am 31. März 2022 auslaufende Kurzarbeitergeld gilt es nach Ansicht Schuffelens zeitnah abermals zu verlängern.

Für die Zeit nach der Pandemie sieht Frank Schuffelen die Notwendigkeit einer Rekapitalisierung der von der Pandemie betroffenen Handelsunternehmen. Der Druck durch die unverschuldete Schulden- und Zinslast bedroht seiner Meinung nach eine Vielzahl von Unternehmen und somit tausende Arbeitsplätze. Um die zukünftige Geschäftstätigkeit zu sichern, sind aus Sicht des Vorstandssprechers der ANWR Group unterstützende und begleitende Maßnahmen des Staates erforderlich. Erweiterte Verlustverrechnungsmöglichkeiten, Moratorien bei KfW-Krediten sowie Anpassungen der Gewerbesteuerregelungen könnten dafür geeignete Instrumente sein. Eine Besteuerung durch Hinzurechnung von Mieten, Zinsen und Leasingraten hält die Handelskooperation in der aktuellen Zeit nicht für zielführend.

Die ANWR Group rechnet frühestens in der zweiten Jahreshälfte mit einer spürbaren Erholung ihrer Handelsbranchen Schuhe, Sport und Lederwaren. Eine mit der Vor-Corona-Zeit vergleichbare Situation und entsprechende Umsätze sind laut der Verbundgruppe allerdings erst ab 2023 zu erwarten.

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Laura Klesper / 27.01.2022 - 10:45 Uhr

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