„Handel ist ein verlässlicher Jobmotor“

Beschäftigung im Einzelhandel bleibt stabil

Trotz der Corona-Pandemie bleibt die Gesamtbeschäftigung im Einzelhandel weiter stabil und legt im Vergleich zum Vorkrisenniveau sogar leicht zu, wie aus Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht.

Zum Stichtag 30. Juni 2021 waren laut BA unverändert knapp 3,1 Mio. Menschen im Einzelhandel beschäftigt. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in der Branche wuchs im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 (Stichtag: 30. Juni 2019) sogar um rund 32.000 Stellen an. Mehr als die Hälfte dieser neu geschaffenen sozialversicherungspflichtigen Jobs in der Branche sind dabei Vollzeitstellen. Dass die Minijobs im selben Zeitraum um weitere 17.000 Stellen zurückgingen, bestätigt den ohnehin seit Jahren negativen Trend bei den Minijobs in der Branche.

Der HDE bewertet die Daten zur sozialversicherungs-pflichtigen Beschäftigung positiv und betont die Wichtigkeit der Kurzarbeit für diese Entwicklung. „Die Beschäftigungszahlen zeigen, wie verlässlich der Einzelhandel als Jobmotor für Deutschland auch in der schwersten Krise der Nachkriegszeit ist. Sie machen zudem deutlich, dass die Händler ihr Personal und ihre Fachkräfte offenkundig sehr wertschätzen und diese auch für die Zukunft halten wollen“, so Stefan Genth, HDE-Hauptgeschäftsführer. Allerdings dürfe den Zahlen aus dem vergangenen Sommer nicht zu viel Gewicht beigemessen werden. Schließlich wäre diese Entwicklung ohne den großflächigen Einsatz von Kurzarbeit in der Branche nicht möglich gewesen. „Das Instrument der Kurzarbeit war extrem hilfreich und effektiv. Besonders die damalige Sonderregelung zur vollständigen Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge bei Kurzarbeit hat in der Branche Tausende Jobs gerettet“, so Genth weiter.

Mit großer Sorge betrachtet der HDE daher, dass die Bundesregierung diese Sonderregelung nicht über das Jahresende hinaus verlängert hat. „Wir sehen ganz aktuell wieder einen massiven Anstieg der Kurzarbeit im Einzelhandel. Das besorgt uns sehr“, betont Genth. Nach einer aktuellen Schätzung des ifo-Instituts hat sich die Zahl der Kurzarbeiter im Einzelhandel auch wegen der negativen Auswirkungen der 2G-Beschränkungen beim Einkaufen von November bis Dezember 2021 mehr als verdoppelt und liegt nun bei rund 53.000 Personen. „Dieser Trend dürfte sich im ohnehin eher umsatzschwachen Januar wohl noch verstärken. Jetzt gilt es, Schlimmeres zu verhindern. Die Politik sollte daher die erforderlichen Schritte bei der Kurzarbeit einleiten und schnellstmöglich zur vollständigen Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge bei Kurzarbeit zurückkehren“, so Genth. Wie im Koalitionsvertrag angekündigt, müsse die Bundesregierung nun außerdem zügig die Einkommensgrenze für Minijobs anheben und auch flexibilisieren, um den rückläufigen Trend bei Minijobs zu stoppen.

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Helge Neumann / 20.01.2022 - 09:40 Uhr

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