Vorläufige Umsatzzahlen

BTE: „Wechselbad der Gefühle“

Axel Augustin, Geschäftsführer BTE Bundesverband des Deutschen Textil-, Schuh- und Lederwareneinzelhandels (Foto: Igedo Company)
Axel Augustin, Geschäftsführer BTE Bundesverband des Deutschen Textil-, Schuh- und Lederwareneinzelhandels (Foto: Igedo Company)

Nach einem schwachen Jahresauftakt bescherte das Frühjahr der Branche nach Angaben von BTE-Geschäftsführer Axel Augustin hohe Zuwachsraten gegenüber dem Jahr 2021 – zum Teil sogar über den Werten von 2019.

Das hat mit der unterschiedlichen Lage im Vorjahr zu tun: Während im Bayerischen Wald erst im Mai 2021 die Händler wieder öffnen durften, war dies in Schleswig Holstein schon ab März möglich. Im Juni erlebte der Fashionhandel wieder einen Rückschlag, der, so Augustin, primär auf die schlechte Konsumstimmung als Folge von Ukraine-Krieg und der dadurch ausgelösten (Energie)Preissteigerungen zurückzuführen ist. Aufgelaufen dürfte der stationäre Modefachhandel seinen Umsatz im ersten Halbjahr nach ersten BTE-Schätzungen gegenüber 2021 mehr als verdoppelt haben. Gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 dürfte der Umsatz der Boutiquen und Modehäuser immer noch 10 bis 20% niedriger liegen. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Betriebsformaten und Lagen. Beratungsorientierte mittelständische Modehäuser und Fachgeschäfte schlagn sich laut Augustin gut. Je mehr die Kunden jedoch ihr Geld zusammenhalten müssten, desto eher bestehe die Gefahr, dass auf den Bekleidungseinkauf verzichtet werden müsse. Allerdings betont Augustin: „Etwa 50% der Menschen müssen sich nicht einschränken.“

Nach vorläufigen Berechnungen des BTE ist der gesamte Einzelhandelsumsatz mit Bekleidung sowie Haus- und Heimtextilien im letzten Jahr um rund 5% bzw. 3 Mrd. Euro auf rund 64 Mrd. Euro (inkl. MwSt.) gestiegen. Zwar sanken die Umsätze fast aller stationären Vertriebsformate – nach dem bereits hohen Einbruch um fast ein Viertel in 2020 – im letzten Jahr aufgrund des langen Lockdowns erneut, die Zuwächse im Onlinehandel konnten dies aber mehr als ausgleichen. Der Umsatz des Vor-Corona-Jahres 2019 in Höhe von 67 Mrd. Euro wurde aber deutlich verfehlt.
Die Umsätze speziell des stationären Textilfachhandels (inkl. Haus- und Heimtextilien) sanken im vergangenen Jahr um etwa 5% Prozent auf rund 29 Mrd. Euro. Die Textil- und Bekleidungsumsätze von Warenhäusern, Lebensmitteldiscountern und anderer stationärer Geschäfte ohne textilen Schwerpunkt fielen nach BTE-Schätzungen ebenfalls um einen einstelligen Prozentsatz auf rund 14 Mrd. Euro. Um fast ein Viertel auf ca. 21 Mrd. Euro zugelegt hat dagegen der Umsatz des Versand- bzw. Onlinehandels, wodurch dessen Marktanteil in 2021 auf rund 33% stieg.

 
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Petra Steinke / 13.07.2022 - 22:08 Uhr

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