Krieg in der Ukraine

Das sagt Sioux zur Ukraine-Krise

Sioux-CEO Lewin Berner (Foto: Sioux/Moritz Küstner)
Sioux-CEO Lewin Berner (Foto: Sioux/Moritz Küstner)

Seit zwei Wochen herrscht Krieg in der Ukraine. Wie sich das auf das Geschäft auswirkt und ob die Konsumenten sich davon beeinflussen lassen, hat schuhkurier Lewin Berner, Geschäftsführer bei Sioux, gefragt.

„Wir hatten bei Sioux bis 2014 (Annexion der Krim) über 10% Russlandanteil, der danach mit den damaligen Sanktionen deutlich rückläufig war. In den letzten Jahren hatte sich unser Russland-Geschäft wieder etwas erholt. Zuletzt lag es um die 2-3%. Aktuell gehen wir davon aus, dass das Russlandgeschäft kurzfristig komplett kollabiert und auf absehbare Zeit auch nicht zurückkehrt. Wie sich die Ukraine-Krise und vor allem die Sanktionen und zu erwartbaren Gegensanktionen auf Konjunktur und Konsum in Deutschland mittelfristig auswirken werden, ist im Moment überhaupt noch nicht absehbar. Kurzfristig führen die stark steigenden Energiepreise und die durch den Konflikt deutlich angeheizte Inflation natürlich zu dunklen Wolken am Konjunkturhimmel. Und ich hoffe sehr, dass wir nicht in eine Energiekrise hereinschlittern. Andererseits sitzen die Deutschen im Moment auf Rekordsummen an Erspartem, da sich in den letzten zwei Jahren viel Konsum aufgestaut hat. Ich gehe davon aus, dass es hier merkliche Nachholeffekte geben wird: die Menschen werden nach Beendigung der Corona-Maßnahmen ihre Freiheit nutzen wollen. Dazu kommt, dass einfach mehr Events, Veranstaltungen und Familienfeste stattfinden werden, also Trageanlässe für Mode, Accessoires und neue Schuhe. Es liegt also alles zwar ein wenig im Nebel, ich bleibe aber unter dem Strich optimistisch für den stationären Handel, da auch ein merklicher Anteil des in den Online-Bereich abgewanderten Volumens wieder in die Innenstädte zurückkehren wird. Dessen bin ich mir sicher.“

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Laura Klesper / 10.03.2022 - 13:47 Uhr

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